Frauen starten später in die Selbstständigkeit

Im Schnitt sind Frauen bei der Unternehmensgründung besser qualifiziert und finanziell ausgestattet als ihre männlichen Kollegen. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg die Anzahl der Frauen an den Gründungen um sechs Prozent an.

Frauen machen sich im Schnitt mit 41 Jahren selbstständig.
© dpa

Wien – Frauen starten später in die Selbstständigkeit, sind vorsichtiger, länger am Markt, geringer fremdfinanziert – und verbleiben primär in den „klassischen" Frauenberufen. Dominant ist der Handel, von rund 20.000 Gründungen entfielen hier im Vorjahr 15.000 auf Frauen. Bei Start-ups hingegen waren es nur 18 Prozent, rechneten heute Erste Bank und Sparkassen bei einer Pressekonferenz vor.

Frauenanteil bei Unternehmensgründungen bei 45 Prozent

2019 wurden 32.386 Unternehmen neu gegründet (ohne Pflegeberufe, die deutlich weiblich dominiert sind). Der Frauenanteil lag bei 45 Prozent, ihr Alter im Schnitt bei 41 Jahren. Bei den Männern waren es 36 Jahre. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg die Anzahl der Frauen an den Gründungen um sechs Prozent an.

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Recht unterschiedlich sind die Gründungsmotive: Während bei Männern die Selbstbestimmtheit und der bessere Verdienst dominieren (45 zu 31 Prozent) sind der Punkt „Vereinbarkeit mit der Familie" für 23 Prozent der Frauen ausschlaggebend, aber nur für 13 Prozent der Männer, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen (Sample: 400 Gründer und Gründerinnen).

Auffällig ist, dass Frauen bei der Gründung besser qualifiziert und finanziell aufgestellt sind. Dafür erachten sie die bürokratischen Hürden als höher (Frauen 34 Prozent, Männer 28 Prozent). Wiederum ist Männern bei Ihrer Gründung Digitalisierung und die Nutzung neuer Technologien weit wichtiger (44 zu 34 Prozent).

Unterschiedlicher Zugang zu Finanzierung

Signifikant unterschiedlich ist, der Umfrage des IMAS-Institutes zufolge, der Zugang zur Finanzierung. Frauen veranschlagen dafür nur die Hälfte der Summer der Männer. Dies ist – unter anderem – auf den unterschiedlichen Branchenmix zurück zu führen, so Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank.

Als Aufgabe an seine Branche sieht er den Ausbau der Anschlussfinanzierungen. „Damit die Gründer nicht dann nach Berlin ausweichen müssen", so Schaufler. (APA)


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