Xavier Naidoo verstört mit Lied: Rechte Szene feiert ihn, Shitstorm auf Twitter

„Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann" – mit Zeilen wie diesen aus einem selbstgedrehten Musikvideo löst Xavier Naidoo in den Sozialen Netzwerken Empörung aus. In rechten Kreisen wird er dafür bejubelt.

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Xavier Naidoo fiel schon öfter mit rechtem Gedankengut auf.
© APA/dpa/Uwe Anspach

Köln – Schon öfter ist der Soulsänger Xavier Naidoo mit Äußerungen von rechtem Gedankengut aufgefallen. Einen neuen Eklat hat er jetzt geliefert: In den Sozialen Medien tauchte ein Video vom Sänger auf, auf dem er einen Ausschnitt eines Liedes wiedergibt. Und der Inhalt ist verstörend: „Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden. Und ihr steht seelenruhig nebenan, schaut euch das Schauspiel an, das euch alle beenden kann," heißt es etwa in dem Lied. Ob er damit Migranten gegen Deutsche aufspielt, bleibt unklar, ist aber naheliegend.

📽 Video | Mit diesen Textzeilen sorgt Xavier Naidoo für Aufregung

Wie t-online berichtet, ist das Video bis Montagabend auf Facebook zurückzuverfolgen. Fahrt aufgenommen hatte es erst, als es von der rechten AfD-Szene entdeckt und verbreitet wurde. Dann sprang t-online zufolge auch ein Bundestagsabgeordneter der rechtspopulistischen deutschen Partei auf und teilte es. Auch in einem YouTube-Video gibt es Reaktionen aus den rechten Kreisen. Dort würde Naidoo etwa für seine „deutlichen Worte" gelobt.

„... der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt"

Laut Vice Digital fiel Xavier Naidoo bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische und homophobe Äußerungen auf. Vice interpretiert den Inhalt des Liedes als „Hass gegen Flüchtlinge". Laut Süddeutscher Zeitung werde Naidoo in der Nähe der Reichsbürgerszene verortet.

Wenn Naidoo singt, „Ich hab fast alle Menschen lieb. Aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt", dürfte er demnach wohl Zugewanderte beschuldigen, fast täglich Morde zu begehen. Recherchen von t-online zufolge, gebe es deutlich weniger Fälle, in denen Zuwanderer verdächtig würden.

Keiner darf „meine Leute quälen", singt der 48-Jährige weiter. „Wenn doch, der kriegt's mit mir zu tun. Lass uns das beenden und zwar nun." Wen er mit „meine Leute" meint und wie er „das" beenden will, bleibt unklar. „Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann", drückt er seine Sorge aus und verwendet damit ein typisches rechtes Muster.

Twitter reagierte großteils mit Ablehnung

Viele Twitter-Userinnen und -User reagierten prompt mit ablehnenden Posts. So twitterte etwa die Journalistin Sibel Schick ein Anti-Naidoo-Video:

Auch ein Vergleich mit dem Rapper Fler ließ nicht lange auf sich warten:

Sogleich wurde auch der Fernsehsender RTL ins Spiel gebracht. Naidoo sitzt nämlich in der Jury der aktuellen Staffel von Deutschland sucht den Superstar.

RTL distanziert sich von Aussagen des „DSDS"-Jurors

Die Reaktion vom deutschen Fernsehsender ließ nicht lange auf sich warten. Am Mittwochvormittag distanzierte sich RTL vom Sänger und Juror:

Mit ProSieben klinkte sich auch der Konkurrenzsender von RTL in die Debatte ein:

(TT.com/tkl)


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