Norweger Kilde erstmals Weltcupsieger: „Ein Traum wurde wahr"

Der Norweger setzte sich mit 54 Punkten Vorsprung vor dem Franzosen Alexis Pinturault durch und stieg in die Riege der „ganz großen Norweger" auf.

Aleksander Aamodt Kilde darf über den Sieg im Gesamt-Weltcup jubeln.
© FABRICE COFFRINI

Kranjska Gora/Wien – Für Skirennläufer Aleksander Aamodt Kilde ist mit dem Gesamtweltcupsieg „ein Traum wahrgeworden“, wie der Norweger am Donnerstag im Interview mit dem Ski-Weltverband (FIS) erklärte. Freilich wäre er die Saison mit den Rennen in Kranjska Gora und Cortina d‘Ampezzo noch gern zu Ende gefahren, doch aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus ging diese frühzeitig zu Ende.

„Es wäre das perfekte Ende einer großartigen Saison gewesen, aber wir müssen aufgrund der derzeitigen Situation in der Welt aufpassen und die weitere Verbreitung des Coronavirus unbedingt verhindern“, sagte Kilde, der sich mit dem Franzosen Alexis Pinturault und seinem Landsmann Henrik Kristoffersen einen spannenden Kampf um die große Kugel und Nachfolge von Marcel Hirscher geliefert hatte.

© APA

„Es ist unglaublich! Für mich war es eine wunderbare Saison, ich habe gute Resultate abgeliefert, es war ein großartiger Kampf mit Alexis und Henrik. Ich habe jedes Rennen und jeden Moment genossen“, sagte der 27-Jährige. Für den Gewinn des Gesamtweltcups gäbe es viele Gründe, es sei das Ergebnis von harter Arbeit über einen langen Zeitraum in einem starken Team, er dankte auch seiner Skifirma und der Unterstützung von Familie und Freunden. Kilde war erst vergangenen Sommer zu Atomic zurückgekehrt. Die Skifirma stellte nach dem Abgang von Superstar Hirscher damit erneut den Gesamtweltcupsieger bei den Herren.

Er werde jetzt den Moment genießen, sich aber nicht ausruhen, erläuterte Kilde. Man sollte nie zu glücklich sein, es ginge immer noch besser. „Ich muss eine gute Strategie finden, um ein noch besserer Skifahrer zu werden. Jetzt heißt es gesund bleiben und Schritt für Schritt weitergehen.“

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Die Preisgeld-Rangliste nach dem Ende der Alpinski-Weltcupsaison 2019/2020 - in Schweizer Franken (Brutto):

Damen: 1. Mikaela Shiffrin (USA) 391.322,30 Schweizer Franken (369.555 Euro) - 2. Federica Brignone (ITA) 368.150 - 3. Petra Vlhova (SVK) 338.314,75 - 4. Corinne Suter (SUI) 201.533,33 - 5. Marta Bassino (ITA) 155.459 - 6. Lara Gut-Behrami (SUI) 129.493 - 7. Wendy Holdener (SUI) 127.190,50 - 8. Viktoria Rebensburg (GER) 122.530 - 9. Alice Robinson (NZL) 100.448 - 10. Sofia Goggia (ITA) 96.325. Weiter: 12. Nicole Schmidhofer (AUT) 88.950 - 13. Nina Ortlieb (AUT) 81.033,33 - 18. Stephanie Venier (AUT) 50.555 - 19. Katharina Liensberger (AUT) 49.395 - 22. Franziska Gritsch (AUT) 39.541 - 23. Katharina Truppe (AUT) 35.725 - 30. Ramona Siebenhofer (AUT) 22.850 - 31. Elisa Mörzinger (AUT) 20.000

Herren: 1. Alexis Pinturault (FRA) 355.175 Schweizer Franken (335.419 Euro) - 2. Matthias Mayer (AUT) 330.092,50 - 3. Henrik Kristoffersen (NOR) 293.897 - 4. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 233.442,50 - 5. Daniel Yule (SUI) 232.555 - 6. Beat Feuz (SUI) 220.810 - 7. Clement Noel (FRA) 203.283 - 8. Vincent Kriechmayr (AUT) 187.400 - 9. Thomas Dreßen (GER) 176.326,50 - 10. Dominik Paris (ITA) 153.950. Weiter: 17. Marco Schwarz (AUT) 87.350 - 34. Michael Matt (AUT) 25.784

Endstand Marken-Weltcup (Damen und Herren): 1. Rossignol 6.895 Punkte (Herren 3.365/Damen 3.530) - 2. Head 6.880 (3.945/2.935) - 3. Atomic 5.155 (2.515/2.640) - 4. Fischer 1.935 (1.495/440) - 5. Salomon 1.440 (510/930) - 6. Völkl 715 (260/455) - 7. Dynastar 690 (590/100) - 8. Stöckli 655 (315/340) - 9. Nordica 585 (585/0) - 10. Blizzard 140 (140/0)

Kilde gewann mit dem Super-G in Saalbach-Hinterglemm nur ein Rennen, bestach aber durch seine Allrounder-Qualitäten und seine Konstanz. Außer im Slalom punktete Kilde in allen Disziplinen: in der Abfahrt, im Super-G und der Kombination kam er auf das Stockerl, im Riesentorlauf und Parallelbewerben in die Top Ten.

Kilde ist der vierte Gesamtweltcupsieger aus Norwegen nach Kjetil-Andre Aamodt (1994), Lasse Kjus (1996 und 1999) und Aksel Lund Svindal (2007 und 2009). „Es ist eine Ehre für mich, gemeinsam mit meinen Helden erwähnt zu werden.“ Die Rolle des Teamleaders teile er sich mit Kjetil Jansrud, der immer ein guter Trainingspartner sei. Gemeinsam wolle man ein Vorbild für die jüngere Generation sein. Mit Atle Lie McGrath kommt auch der Europacup-Gesamtsieger aus Norwegen. (APA)

Ski-Weltcup-Wertungen Herren

Gesamtweltcup: 1. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 1.202 Punkte - 2. Alexis Pinturault (FRA) 1.148 - 3. Henrik Kristoffersen (NOR) 1.041 - 4. Matthias Mayer (AUT) 916 - 5. Vincent Kriechmayr (AUT) 794. Weiter: 18. Marco Schwarz (AUT) 414

Abfahrt: 1. Beat Feuz (SUI) 650 - 2. Thomas Dreßen (GER) 438 - 3. Matthias Mayer (AUT) 424. Weiter: 6. Vincent Kriechmayr (AUT) 362 - 18. Daniel Danklmaier (AUT) 112

Super-G: 1. Mauro Caviezel (SUI) 365 - 2. Vincent Kriechmayr (AUT) 362 - 3. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 336 - 4. Matthias Mayer (AUT) 324. Weiter: 14. Christian Walder (AUT) 94

Riesentorlauf: 1. Henrik Kristoffersen (NOR) 394 - 2. Alexis Pinturault (FRA) 388 - 3. Filip Zubcic (CRO) 368. Weiter: 17. Roland Leitinger (AUT) 103 - 18. Marco Schwarz (AUT) 101

Slalom: 1. Henrik Kristoffersen (NOR) 552 - 2. Clement Noel (FRA) 550 - 3. Daniel Yule (SUI) 495. Weiter: 7. Marco Schwarz (AUT) 274 - 9. Michael Matt (AUT) 182 - 21. Fabio Gstrein (AUT) 105

Kombination: 1. Alexis Pinturault (FRA) 280 - 2. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 172 - 3. Matthias Mayer (AUT) 140. Weiter: 11. Vincent Kriechmayr (AUT) 70 - 18. Daniel Danklmaier (AUT) 38

Parallel: 1. Loic Meillard (FRA) 129 - 2. Rasmus Windingstad (NOR) 103 - 3. Stefan Luitz (GER) 82. Weiter: 5. Roland Leitinger (AUT) 73 - 17. Fabio Gstrein (AUT) 29


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