Coronavirus

Handel, Gastro, Reisen: Das sind die neuen Maßnahmen gegen das Virus

Geschäfte, die es nicht unmittelbar zur Versorgung braucht, bleiben ab kommender Woche zu.
© APA/Pfarrhofer

Mindestens eine Woche lang soll das soziale Leben in Österreich auf ein Minimum reduziert werden – um ältere und gefährdete Menschen vor dem Coronavirus zu schützen. Der Handel wird ab Montag massiv eingeschränkt, nach wie vor gibt es aber Ausnahmen.

Innsbruck/Wien – Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Regierung am Freitag die nächsten Restriktionen beschlossen – und die treffen vor allem Handel und Gastronomie. Alles, was zur Versorgung der Bevölkerung nicht unbedingt notwendig ist, muss ab Montag für zunächst eine Woche sperren. Lokale wiederum dürfen nur noch bis 15 Uhr öffnen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betonte am Nachmittag bei der Präsentation der Maßnahmen, dass das soziale Leben ab Montag auf ein Minimum reduziert werden müsse: „Österreich wird nicht auf Dauer, aber doch auf Zeit auf Minimalbetrieb herunterfahren müssen."

📽️ Video | Die heutige Regierungs-PK im Schnelldurchlauf

🎒 Kein Unterricht mehr ab Montag

Warum das so ist, begründete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit den weiter steigenden Ansteckungszahlen von derzeit rund 40 Prozent täglich. Auch die jetzt gesetzten Maßnahmen würden frühestens in acht Tagen Wirkung entfalten, befürchtet der Ressortchef.

Schneller als ursprünglich gedacht geht es nun an den Schulen. So ist auch an den Volksschulen, Berufsschulen und in der Mittelstufe ab Montag keine Schulpflicht mehr. Der Unterricht geht zwar noch zwei Tage, Kinder sind aber bereits ab Wochenbeginn entschuldigt. An die Unternehmen appellierte Kurz, auch zur Bewältigung der Kinderbetreuung wo immer möglich auf Teleworking umzustellen.

🛒 Versorgung gesichert: Hamsterkäufe sind nicht nötig

Zeit haben werden viele Beschäftigte im Handel. Denn da dürfen nur noch jene Betriebe öffnen, die für die Versorgung nötig sind. Das geht von Lebensmittelgeschäften über Banken, Tankstellen, Apotheken und Drogerien bis hin zu Geschäften mit Tierfutter oder Trafiken.

Was ab Montag normal geöffnet hat

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Banken, Post, Trafiken, Tankstellen, Tierfutterhandel, Geschäfte für medizinische Produkte und Heilbehelfe, Geschäfte für Sicherheits- und Notfallprodukte sowie Wartung, Trafiken und Zeitungskioske, Lieferdienste, Reinigungsdienste, Agrarhandel;

Auch der öffentliche Verkehr bleibt aufrecht, genauso Notfall-Dienstleistungen und die Wartung kritischer Infrastruktur

Sowohl Regierung als auch Handelsverband beruhigen: Die Versorgung im Lebensmittelhandel ist zu 100 Prozent gesichert, es gibt keine Notwendigkeit für Hamsterkäufe. Die Öffnungszeiten bleiben bei Billa, Spar, Hofer & Co aufrecht wie bisher.

🚫 Keine Ausgangssperre, Aus für Discos und Bars

Abend gegessen wird künftig wohl im Regelfall daheim. Denn Lokale aller Art dürfen nur noch von der Früh bis 15 Uhr offen halten und dies auch nur deshalb, damit jene Arbeitnehmer, die nicht daheim bleiben können, sich auch entsprechend verköstigen können, wie Kurz betonte. Für Discos, Bars und Nachtclubs bedeutet die Regelung das vorläufige Aus. Ausgangssperren wird es übrigens nicht geben. Lieferdienste sind von den Einschränkungen nicht betroffen. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) warnte davor, diesbezüglichen Gerüchten auf Social Media Glauben zu schenken.

Was ab Montag ab 15 Uhr nicht mehr geöffnet hat

Alle Gasthäuser und -höfe, Hotels und Rasthäuser, Restaurants, Speisehäuser, Bierstuben, Branntweinstuben, Weinstuben, Buffets, Eisdielen und -salons, Cafes oder Kaffeehäuser, Konditoreien, Tanzcafes, Nachtclubs, Bars und Discos.

Besonders hart erwischt es Personen in zwei Tiroler Wintersportregionen, die besonders stark vom neuen Virus getroffen sind. Das gesamte Paznauntal mit den bekannten Skiorten Ischgl und Galtür wird ab sofort ebenso für zwei Wochen komplett isoliert wie St. Anton am Arlberg an der Grenze zu Vorarlberg. Gäste dürfen trotz der Quarantäne ausreisen, müssen sich aber ausweisen und dazu verpflichten, bis nach Hause durchzufahren. Auch werden die Herkunftsländer der Touristen informiert.

🔗 Hier lesen Sie mehr: 9500 Tiroler abgeschottet: Paznaun und St. Anton unter Quarantäne

✈️ Höchste Reisewarnstufe und Flugverbote in drei Länder

Gemäß dem Vorbild an den Grenzen zu Italien wird nunmehr auch in Richtung Schweiz und Liechtenstein kontrolliert. Grenzgänger sollen jedoch ausgenommen werden. Für die Schweiz, Frankreich und Spanien werden die Reisewarnungsstufen indes noch einmal erhöht. Zudem wird der Flugverkehr in diese drei vom Coronavirus auch sehr stark betroffenen Länder vorübergehend ausgesetzt.

Die Auslieferung der APA-Grafiken als Embed-Code ist ausschließlich Kunden mit einer gültigen Vereinbarung für Grafik-Pauschalierung vorbehalten. Dabei inkludiert sind automatisierte Schrift- und Farbanpassungen an die jeweilige CI. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Grafik-Team unter grafik@apa.at. GRAFIK 0377-20, 88 x 77 mm