Österreich kommt „in den Notbetrieb": Die neue Maßnahmen im Überblick
Während in Tirol wegen Corona eine de facto Ausgangssperre verhängt wird, hat die Regierung für ganz Rest-Österreich eine "Ausgangsbeschränkung" ausgerufen. Auch ehemalige Zivildiener kommen zum Einsatz.
Wien – Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus greift Österreich zu drastischen Maßnahmen, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Sonntag in einer Sondersitzung des Nationalrats erklärte: Mit der "Ausgangsbeschränkung" wird die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum massiv eingeschränkt. Dazu sollen laut Kanzleramt bundesweit "Verkehrbeschränkungen" verordnet werden.
👨👨👧👧 Es wird es ein Versammlungsverbot geben.
⛔ Die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum wird massiv eingeschränkt.
🍽️ Restaurants müssen schließen, ebenso Parks und Spielplätze.
❗ Zudem sollen ehemalige Zivildiener eingezogen und Teile der Miliz aktiviert werden.
❗ Tirol verhängt de facto Ausgangssperre ❗
In Tirol gelten die verhängten Maßnahmen in verschärfter Form: Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte in einer Erklärung am Sonntagvormittag an, eine „Verkehrsbeschränkung" zu verordnen, de facto also eine Ausgangssperre. Ausnahmen seien nur Notfälle oder wenn die Menschen Lebensmittel und Medikamente einkaufen beziehungsweise zur Arbeit müssten.
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Österreich kommt „in den Notbetrieb"
Ab morgen sollen soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert werden, Österreich „in den Notbetrieb" kommen. Das Haus soll nur noch verlassen werden, für Berufsarbeit, die nicht aufzuschieben ist, dringende Besorgungen wie Lebensmittel und um anderen Menschen zu helfen.
Wer im dringenden Fall ins Freie möchte, "der darf das ausschließlich alleine machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz.
📽 Video | Bundeskanzler Kurz im Nationalrat:
Ferner kündigte Kurz eine zusätzliche Verschärfung der Einreisebestimmungen an, etwa aus Russland, der Ukraine, Großbritannien und den Niederlanden. Die bevorstehende Ausmusterung von Grundwehrdienern soll gestoppt, bestehende Zivildiener verlängert, ehemalige mobilisiert werden.
Verkäufer, Lehrer, Pfleger und Ärzte als „Heldinnen des Alltags"
Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) rief im Nationalrat ebenfalls in drastischen Worten auf, alle Sozialkontakte ab sofort extrem einzuschränken. Dass sich weiterhin Menschen in Parks versammelten oder die Einkaufsstraßen bevölkerten, wie ihm zuletzt berichtet worden sei, müsse sofort aufhören. Sportvereinen drohte er bei Zuwiderhandeln mit Subventionsentzug. Kogler sagte den Supermarktverkäuferinnen Dank, sie seien die „Heldinnen des Alltags". Dank gelte auch allen anderen Helfern, etwa Lehrern, Pflegern und Ärzten. Es gehe ums Zusammenhalten und Zusammenhelfen, so Kogler.
📽 Video | Vizekanzler Kogler im Nationalrat:
Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Österreichische Bischofskonferenz ihre für Montag geplante Frühjahrsvollversammlung wegen des Coronavirus ersatzlos abgesagt hat. Bei der Konferenz wäre u.a. ein Nachfolger für Christoph Schönborn gewählt worden, der Kardinal behält nun den Vorsitz bis auf Weiteres. (APA/TT.com)