Wacker-Manager Hörtnagl: „Wir haben noch alles recht gut im Griff“

Der Betrieb beim FC Wacker ruht zwar auf allen Ebenen, doch das ist für Sportchef Alfred Hörtnagl in Tagen wie diesen nur eine Randnotiz. Auch die WSG-Kicker müssen zuhause bleiben.

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General Manager Alfred Hörtnagl und der FC Wacker Innsbruck blicken in den kommenden Wochen großen Herausforderungen abseits des Sports entgegen.
© GEPA pictures/ Christian Ort

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Homeoffice: Das bringt es in den nächsten Tagen auch im Hause Hörtnagl auf den Punkt. Papa Alfred erledigt seine Aufgaben als Wacker-Sportchef ebenso per Laptop von zu Hause wie seine beiden Kinder, die in Innsbruck studieren. „Per Skype bin ich für die wichtigsten Sachen ebenfalls in ständiger Verbindung“, ist für den 53-Jährigen die Lage, wie sie ist: „Ein außergewöhnlicher Ausnahmezustand, der die ganze Gesellschaft auf allen Ebenen betrifft.“ Eine globale Herausforderung, in der man sich strikt an alle Vorgaben zu halten hat, damit die Ausbreitung des Virus gestoppt wird. Ohne Wenn und Aber, aber auch ohne Panik. „Vielleicht ist diese Extremsituation auch ein Wink zum Nachdenken. Das ‚immer mehr, immer schneller, höher und weiter‘ hat seine Grenzen. Wir müssen wieder geerdeter werden, mehr auf unsere Natur schauen, mit den natürlichen Ressourcen sorgfältiger umgehen.“

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Dass der Fußball in Notzeiten wie diesen zu ruhen hat, ist für Hörtnagl kein Thema. Wie man damit umgeht, was das gegenwärtig und womöglich künftig für den FC Wacker Innsbruck bedeutet freilich schon. „Bei uns als Zweitligist halten sich die Verluste im Gegensatz zu den großen europäischen Ligen in überschaubaren Grenzen. Wir haben alles gut im Griff.“

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Momentan ruht der schwarz-grüne Betrieb auf allen Ebenen. „Wie und ob überhaupt Trainingseinheiten machbar sind, werden wir eben situativ anpassen und kurzfristig entscheiden müssen. Planen kann man kaum, denn es ändert sich ja praktisch stündlich was.“

Wie die prekäre Fußball-Lage auf europäischer Ebene ansatzweise gelöst werden kann, sieht Hörtnagl eigentlich nur in der Verlegung des UEFA-Großereignisses Europameisterschaft. „Eine Verschiebung der Endrunde in den Winter wäre schon eine einleuchtende Variante, denn dann hätte man einen Polster, die Ligen und Europacupbewerbe zu beenden. Die Durchführung der EURO vom 12. Juni bis 12. Juli wird sich einfach nicht ausgehen, denn Vorrang hat schon, dass die Meister, Absteiger und Europacupteilnehmer in den nationalen Ligen ermittelt werden.“

Heimprogramm für die WSG

Die Schließung der Geschäftsstelle erfolgte in Wattens lange vor der Ausgangssperre, um Fußball dreht sich bei der WSG Swarovski Tirol vorerst nichts. „Die Vorgaben werden selbstverständlich eingehalten“, spielt Manager Stefan Köck auf die Richtlinien zur Eindämmung des Coronavirus an, etwa das Trainingsverbot. Die Spieler hätten allesamt ein Heimprogramm bekommen, doch augenblicklich drehe es sich weniger um den Erhalt von Ausdauer- und Kraftwerten: „Es geht darum, dass alle gesund bleiben.“

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Köck selbst sitzt mit seinem Laptop daheim in Mils, um sich Informationen zu beschaffen und welche zur Verfügung zu stellen. Für Leute wie seinen Abwehrchef Ione Cabrera ist es keine leichte Zeit, die Familie weilt in Spanien. Auch der Deutsche Ferdinand Oswald hat Familie in Deutschland und Ignacio Jáuregui kann seine in Argentinien vorerst auch nicht besuchen. Würde der Südamerikaner heimreisen, müsste er sich für weitere zwei Wochen in Quarantäne begeben. (floh)


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