Höher, weiter, Schnöller: „Adrenalin und Risiko sind genau Meines!“

Kilian Schnöller (18) freute sich auf die Weltcup-Premiere im Downhill, bis das Coronavirus die Pläne des Innsbrucker Mountainbikers durchkreuzte.

Noch ist Downhill-Mountainbiker Kilian Schnöller in der Warteschleife – bald soll es im Weltcup losgehen.
© Schnöller

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Sein geliebtes gelbes Mountainbike muss Kilian Schnöller derzeit in der Garage lassen. Eigentlich wollte sich der 18-jährige Tiroler beim Training mit dem Downhill-Nationalteam in Slowenien in Ruhe auf seine Weltcup-Premiere vorbereiten. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Europa ist aber alles anders geworden und die Downhill-Szene steht kopf. Der Weltcup-Auftakt kommendes Wochenende in Lousa (POR) wurde abgesagt.

„Ende April ist ein Europacup in Slowenien geplant“, hofft Schnöller, dass er dort sein Können unter Beweis stellen darf. Derzeit kann er aufgrund der Verkehrsbeschränkung in Tirol nicht einmal im Freien trainieren. Der junge Draufgänger scharrt in den Startlöchern für seine erste Saison in der Elite-Klasse und hofft, dass es trotz Krisenstimmung in den nächsten Wochen doch noch klappt. „Ich bin der jüngste Fahrer im Nationalteam“, erzählt Schnöller, der sich vor zwei Jahren als 16-Jähriger zum jüngsten österreichischen Meister in der U19 kürte und auch bei Crankworx in Innsbruck als Zehnter aufzeigen konnte. Mit Jonas Göweil gibt es in der U19-Kategorie noch einen Tiroler.

Seine Erfahrung im Nachwuchsrennsport soll Schnöll­er, der seit vier Jahren Downhill-Rennen fährt, beim Einstieg in die Eliteklasse helfen. „Der Respekt vor der neuen Herausforderung ist groß. Es ist ein Riesensprung, das Level ist um einiges höher als im Nachwuchs.“ Seine Ziele formuliert er vorsichtig: „Die Qualifikation für den Hauptbewerb der Top-60-Fahrer wäre ein Erfolg.“

Neben vier Europacups sind doppelt so viele Weltcups geplant gewesen – seit dem Ausbruch des Coronavirus scheint vieles fraglich. Der Saisonhöhepunkt mit der Heim-WM in Leogang (1. bis 6. September) ist noch weit entfernt.

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Als junger Fahrer hat der Abendschüler („Ich will auf jeden Fall die Matura machen“) im Vorjahr als Zweiter der Staatsmeisterschaft (U19) sowie mit dem achten Gesamtrang im Europacup überzeugt. Der Innsbrucker ist bisher von gröberen Verletzungen zum Glück verschont geblieben. Ein zertrümmertes Handgelenk im Vorjahr und mehrere Schlüsselbeinbrüche nach Stürzen würden „dazugehören“: „Für mich ist der Sport einfach das Größte, Adrenalin und Risiko sind genau Meines!“, sagt Schnöller. Da passt es dazu, dass er sich als Jugendlicher auch im Wettklettern und als Motocross-Fahrer versucht hat.

Schnöllers Karriere hat erst begonnen, sein Traum wäre es, vom Downhill-Sport leben zu können. Derzeit stellen Sponsoren das Material bzw. decken die Reisekosten ab. „Mein großes Vorbild ist Loic Bruni“, erzählt Schnöller mit Blick auf den 25-jährigen Vierfach-Weltmeister aus Frankreich, der 2019 auch den Weltcup gewann. Er hofft, sich bald mit seinem großen Idol messen zu können.

Kletterer, Motocross-Fahrer – Kilian Schnöller ist sportlich auf vielen Pfaden unterwegs.
© Schnöller

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