Bargeldversorgung und Zahlungsverkehr gesichert

Die Österreicher haben in den letzten Tagen zwei bis dreimal soviel Bargeld abgehoben wie üblich, es gab aber keinen Banken-Run. Finanzminister Blümel, Notenbank-Chef Robert Holzmann und der Obmann der Bankensparte Andreas Treichl betonten, dass die Bargeldversorgung gesichert sei.

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(v.li.) OeNB-Vize-Gouverneur Gottfried Haber, Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und der Obmann der Bankensparte Andreas Treichl
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Wien – Die Bargeldversorgung und der Zahlungsverkehr in Österreich sind gesichert, das versicherten Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP), Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann und der Obmann der Bankensparte Andreas Treichl am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Bundeskanzleramt in Wien.

Die Österreicher hätten in den letzten Tagen zwei bis drei Mal soviel Bargeld abgehoben wie üblich, sagte Holzmann. Die rund 9000 Bankomaten werden bei Bedarf nachgefüllt. "Seien Sie versichert, Österreich ist in der Lage den Bargeldbedarf ausreichend sicherzustellen", sagte der Gouverneur.

Holzmann rechnet auch nicht mit einem Banken-Run. Es gebe eine "Sicherung der Einlagen". Auch Blümel schließt Einschätzung an: "Wir haben eine Nachfragekrise. Unser Finanzsystem ist so stabil wie lange nicht."

Üblicherweise benötigen die österreichischen Banken rund 200 Millionen Euro an Bargeld pro Tag. Mit Sonderschichten habe die Nationalbank über das Wochenende die Automaten befüllt.

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📽 | Video: Nationalbank-Chef Holzmann zur Bargeldverordnung

Self-Service und Schalter in Banken funktionieren

Die Banken werden weiter geöffnet halten, erklärte Andreas Treichl. Alle heimischen Bankinstitute seien zudem ausreichend mit Self-Service-Foyers ausgestattet. Kundenkontakt solle es nur dort geben, wo es dringend erforderlich ist.

Ob auch Privatpersonen, die jetzt arbeitslos werden, bei Krediten auf Kulanz hoffen dürfen, beantwortet Finanzminister Blümel so: "Generell sind alle bereit, in der Krise zu helfen. Das gilt für den Staat und das gilt für die einzelnen Sektoren."

Österreichs Finanzsektor und die heimischen Kreditinstitute hätten zudem im vergangenen Jahrzehnt alle nötigen Vorsorgen getroffen und entsprechende Reserven aufgebaut, wie Vize-Gouverneur Univ.-Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber betonte. Sie sind daher auch für potenzielle wirtschaftliche Turbulenzen sehr gut gerüstet. Gerade erst vor wenigen Wochen habe der Internationale Währungsfonds (IWF) bestätigt, dass die österreichischen Finanzinstitute in allen Stresstests hervorragend abschneiden.

„Wo erforderlich, werden zusätzliche Informationen von den Banken eingeholt, um immer ein aktuelles und umfassendes Lagebild zu haben. Gleichzeitig werden wir Banken vorübergehend von rein statistischen Meldeerfordernissen so weit wie möglich entlasten“, so Haber.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz kündigte Blümel zudem an, dass für die Wirtschaft - zusätzlich zum bereits beschlossenen Vier-Milliarden-Euro Hilfspaket - über die Kontrollbank zwei Milliarden Euro Garantien für Kredite zur Verfügung gestellt werden. (APA, TT.com)


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