Corona-Krise setzt zu: Prekäre Lage im Tiroler Kulturbetrieb

Immer mehr Veranstaltungen wackeln oder müssen wegen der Ausbreitung des Coronavirus und den Maßnahmen dagegen verschoben werden. Die Politik sagt Hilfe zu.

Veranstaltungen sind generell untersagt. Im Kulturbereich hat das zahlreiche Absagen zur Folge.
© Sonnewend

Von Markus Schramek

Innsbruck – Wirklich aufbauende Botschaften sind dieser Tage dünn gesät. Daher verdient es die folgende, zumal aus Sicht der Tiroler Kulturschaffenden und ihres Publikums, ganz an den Anfang gestellt zu werden. „Wir lassen sicher niemanden im Stich“, erklärt nämlich Kulturlandesrätin Beate Palfrader im Hinblick auf das Terminchaos im Gefolge der Corona-Krise.

Der Kampf gegen die Epidemie hat zu massenhaft Absagen und Verschiebungen geführt. Und die Unsicherheit wächst weiter. Jetzt wackeln sogar schon Veranstaltungen, die für den Frühsommer angesetzt sind. Denn niemand vermag abzuschätzen, wann öffentliche Veranstaltungen in einem halbwegs frei zugänglichen Rahmen wieder möglich sein werden.

Palfrader ist das bewusst. Und sie sagt finanzielle Hilfe zu, ohne noch allzu konkrete Details nennen zu können. Nur so viel: Geld wird aus dem 400 Millionen Euro schweren Maßnahmenpaket fließen, das die Landesregierung gestern beschlossen hat.

„Die betroffenen Kulturvereine sollen der Kulturabteilung des Landes melden, welche Kosten ihnen durch abgesagte Veranstaltungen und Verträge entstanden sind“, schlägt Palfrader vor.

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Die genaue Abwicklung des Hilfsprogramms muss allerdings noch ausgearbeitet werden. Auch eine Abstimmung mit der Stadt Innsbruck und dem Bund, der selbst einen mit vier Milliarden Euro bestückten Krisenfonds zur Verfügung stellt, ist ebenfalls ausständig. All das wird sicher noch einige Zeit benötigen.

Die Lage bei den Kulturvereinen ist angespannt bis prekär. „Das sind oft Ein-Personen-Betriebe, die von der Hand in den Mund leben müssen“, sagt Helene Schnitzer. Sie ist langjährige Geschäftsführerin der Tiroler Kulturinitiativen (TKI), der Dachorganisation der freien Kulturszene (142 Vereine).

Selbst größere, etablierte Veranstaltungen seien durch die Absagen in Bedrängnis geraten, berichtet Schnitzer. Denn: „Es gibt im Kulturbereich keine Ressourcen, von denen man jetzt zehren könnte.“ Überdies sei es Vereinen als Förderempfänger der öffentlichen Hand gar nicht erlaubt, Rücklagen zu bilden.

Verschärfend komme in vielen Fällen hinzu, dass Vereinsobleute für die Finanzen privat haften. Schnitzers Fazit: „Ohne Unterstützung der Politik wird der Kulturbetrieb in Tirol, aber auch jener in ganz Österreich diese Krise nicht bewältigen können.“


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