Die Tiroler Heeressportler packen in der Krise mit an

Mitten in der Coronavirus-Krise und dem trainingsfreien Alltag helfen Olympiasieger, Welt- und Europameister mit, damit der Alltag weiter reibungslos abläuft.

Ex-Rodel-Weltmeister Wolfgang Kindl half gestern aktiv mit, damit die Lebensmittelversorgung in Tirol reibungslos funktioniert
© Bundesheer/Loidhold

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Rund 150 der 780 österreichischen Bundesheersportler griffen bereits gestern den Lebensmittel-Konzernen unter die Arme. Heute kommen weitere dazu. Primär geht es darum, dafür zu sorgen, dass die Logistik und die Verteilung der Waren vom Lager in die Geschäfte funktioniert. Zuletzt kam es dabei wegen fehlender Kräfte immer wieder zu Engpässen. Nun packen die besten Sportler des Landes an – und darunter sind auch etliche Tiroler.

Bereits gestern marschierte unter anderem die heimische Rodel-Elite rund um Wolfgang Kindl, Armin Frauscher oder Nico Gleirscher in Stams auf, um bei der Weitergabe der Lebensmittel und Produkte zu helfen. „Wir sind gerne dabei, deswegen sind wir auch beim Bundesheer“, sagte der Natterer stellvertretend für die große Gruppe an Tirolern, die aus den verschiedensten Sportarte­n (Turnen, Klettern, Mountainbik­e, Bob etc.) mit im Einsatz waren.

„In erster Linie geht es darum, Regale einzuräumen, Waren zu verteilen und in der Logistik mitzuhelfen“, sagt Oberst Bernhard Obmann vom Ministerium, der den bereitwilligen Einsatz der Sportler hervorhebt: „Es hilft jeder gerne mit und stellt sich in den Dienst der guten Sache.“

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Das gilt auch für Skeleton-Ass Janine Flock. Die WM-Dritte und Ex-Europameisterin ist ab heute in Rietz im Einsatz. Und das mit großer Bereitwilligkeit. „Wir müssen in dieser Zeit helfen und zusammenhalten. Wenn man sieht, was die Leute sonst so leisten, ist es das Wenigste, was wir tun können“, sagt Flock. Der Einsatz sei umso selbstverständlicher, da die 30-jährige Rumerin in der notgedrungen trainingsfreien Zeit aushilft. „Wir Winterathleten haben momentan eh weniger zu tun, bei den Sommersportlern ist das schwieriger, weil die nicht wissen, wann es losgeht“, ergänzt Flock.

Dabei heißt es heute früh aufstehen: Schon um sieben Uhr morgens rücken die Tiroler Heeres-Leistungssportler zur Arbeit an. „Wir stellen uns darauf ein, dass wir die ganze Woche noch aushelfen“, sagt Kindl, der die Dauer des Einsatzes aber als sekundär sieht: „Wir wollen helfen. Das ist jetzt unsere Aufgabe. Egal, wie lange das dauert.“


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