Tiroler Gewerkschaft klagt über tausende Kündigungen

In Tirol langten allein am Montag 2800 Anträge auf Arbeitslosengeld beim AMS ein. Tirols ÖGB-Chef Wohlgemuth zeigt sich verärgert angesichts der hohen Zahl an Kündigungen.

Das AMS Tirol vermeldete alleine für den Montag 2800 neue Personen, die Arbeitslosengeld beantragt haben.
© TT / Thomas Boehm

Innsbruck – Die Anti-Corona-Maßnahmen lassen die Arbeitslosenzahlen enorm in die Höhe schnellen. Das AMS Tirol vermeldete alleine für den Montag 2800 neue Personen, die Arbeitslosengeld beantragt haben.Trotz des vereinbarten Kurzarbeits-Modells bringen die zahlreichen Arbeitslosen-Meldungen die AMS-Leitungen regelmäßig zum Absturz, berichtet der ÖGB Tirol in einer Aussendung am Mittwoch. Auch die gemeinsame Hotline von ÖGB und AK verzeichne täglich tausende Anrufe von verunsicherten und verzweifelten Arbeitnehmer, so Philip Wohlgemuth, ÖGB-Vorsitzender Tirols.

Bei der Info-Hotline hätten sich am ersten Tag pro Stunde im Durchschnitt 750 Menschen mit arbeitsrechtlichen Fragen an ÖGB und AK gewandt. Die gemeinsame Seite www.jobundcorona.at habe seit Sonntag 138.000 Zugriffe verzeichnet, ÖGB und Fachgewerkschaften verzeichneten nochmals 97.500 Zugriffe. Das Hauptthema der Hotline seien den Beschäftigten vorgelegte einvernehmliche Auflösungen des Dienstverhältnisses, so die Gewerkschaft.

Wohlgemuth zeigt sich verärgert angesichts der hohen Anzahl an Kündigungen: „Wir haben auf Sozialpartnerebene wirklich ein tolles Kurzarbeit-Modell ausgearbeitet, das Land Tirol hat zusätzlich 400 Millionen Euro unter anderem zur Sicherung von Arbeitsplätzen bereitgestellt." Die Tiroler Sozialpartner hätten in einem gemeinsamen Papier festgehalten, dass man von Kündigungen und einvernehmlichen Auflösungen unbedingt absehen soll und alles unternimmt, um Arbeitsplätze zu erhalten und mit dem Kurzarbeitsmodell gegenzusteuern.

Die vorschnellen Kündigungen sollten zurückgenommen werden und stattdessen Kurzarbeit vereinbart werden, fordert Wohlgemuth. In Richtung Arbeitnehmer betont der ÖGB-Chef, dass man nichts ungeprüft unterschreiben solle, besser sofort an die Hotline wenden. (TT.com)

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