Coronavirus: Mehr Menschen daheim, mehr Haushaltsunfälle

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne kommt es wieder vermehrt zu Haushaltsunfällen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Aus Langeweile gehen jetzt viele Menschen in ihren Haushalten oder im Garten den Frühjahrsputz an. Dabei kommt es vermehrt zu Unfällen.
© Archiv/Freelens Pool

Wien — Durch die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus in Österreich sind notgedrungen mehr Menschen zu Hause als sonst. Aus Langeweile oder weil der Frühling naht, haben bereits viele mit dem Frühjahrsputz begonnen. Doch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnt, bereits unter normalen Bedingungen passieren täglich 845 Haushaltsunfälle in Österreich.

Das KFV rät vor allem, Stolperfallen zu beseitigen. Denn die meisten Haushaltsunfälle sind Sturzunfälle. Herumliegende Kabel oder Gegenstände müssen gut verstaut sein. Wer Glühbirnen wechseln muss oder höher gelegene Regale erreichen will, sollte immer eine stabile Leiter benutzen. Sessel, Tische und anderes Mobiliar sind alles andere als geeignet. Auch beim Umgang mit offenem Feuer ist Vorsicht geboten. Feuerlöscher, Feuerdecken bzw. Rauchwarnmelder sollten laut KFV wieder einmal überprüft werden.

"Mensch ist nur begrenzt multitaskingfähig"

Für viele Eltern bedeuten die Ausgangsbeschränkungen auch ein Spagat zwischen Home-Office und Kinderbetreuung. "Der Mensch ist nur begrenzt multitaskingfähig", meint dazu der KFV. Deshalb sollte eine Tätigkeit nach der anderen erledigt und Prioritäten gesetzt werden.

Das Kuratorium rät auch dazu, vor allem jetzt zu schauen, dass die Wohnung wirklich kindersicher ist. Verbrühungen und Stürze aus großen Höhen sind schwere Unfälle, ein Spitalsbesuch oft notwendig und in der derzeitigen Corona-Krise zu vermeiden. Trotz der schwierigen Umstände sollte man niemals die Kinder in Räumen mit geöffneten Fenstern unbeaufsichtigt lassen. Kletterhilfen wie Sessel oder Couch vor Fenstern müssen entfernt werden.

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Gefahrenquellen für Kinder sind auch Pfannen, Toaster oder Wasserkocher, auch noch nachdem sie bereits abgeschalten wurden. Daher sollte man am Herd stets die hinteren Platten verwenden, Pfannenstiele und Kochtopfgriffe nach hinten drehen und darauf achten, dass keine Kabel herunterhängen, an denen Kinder ziehen könnten.

Plastiksäcke sowie Putzmittel, Medikamente, Kosmetika und Alkohol müssen außerhalb der Reichweite von Kindern sicher verstaut sein. Auch sperrige Gegenstände wie Leitern, Wäscheständer oder Bügelbrett müssen so weggeräumt sein, dass sie nicht umkippen können. (APA)


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