Skitourengruppe als Negativbeispiel: Anzeigen in Tirol steigen deutlich

Mit Stichprobenkontrollen überprüft die Polizei die Einhaltung der Vollquarantäne und De-facto-Ausgangssperre in Tirol. Mittlerweile gibt es 216 Anzeigen, der Fall einer uneinsichtigen Skitourengruppe war wohl der bislang extremste.

Die Heimatgemeinde darf in Tirol nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen und dann nur zum nächsten Ort.
© Thomas Böhm

Innsbruck – In Tirol ist die Zahl der Anzeigen wegen Verstößen gegen die De-facto-Ausgangssperre deutlich gestiegen. Am Freitagvormittag waren es bereits auf 216 Anzeigen, nach 91 am frühen Donnerstag, berichtet Polizeisprecher Manfred Dummer.

Auch der Fall einer Skitourengruppe befand sich darunter. Die vierköpfige Gruppe sei bereits am Montag bei einer Skitour im Bezirk Innsbruck-Land angetroffen worden. Dabei habe man sie aufgeklärt, dass dies derzeit nicht erlaubt ist. Die Personen versicherten daraufhin, es zu unterlassen. Einen Tag darauf wurden die Wintersportler jedoch ein weiteres Mal ertappt. Die Folge: Vier Anzeigen wegen uneinsichtigen Verhaltens.

Stichprobenkontrollen voll im Laufen

Überwiegend betreffen die Anzeigen weiter "Gruppenbildungen" in der Öffentlichkeit, aber auch Strafen, die bei Verstößen gegen die angeordnete Vollquarantäne Tirols fällig werden. Die Heimatgemeinde darf nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen und dann nur zum nächsten Ort.

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Die diesbezüglichen Stichprobenkontrollen seien voll im Laufen, betonte Dummer. Den Bezirkspolizeikommandos obliege die Bestreifung ihrer jeweiligen Ortschaften. Es könne auch durchaus vorkommen, dass vereinzelt bei Ortsausfahrten eine Polizei-Patrouille postiert wird. Man setze auf Kontrolle und Information – und verweise etwa darauf, dass auf der Homepage des Landes aufgeführt sei, was derzeit erlaubt ist und was nicht.

Am Wochenende Fokus auf Stopp von Freizeitaktivitäten

Am Wochenende will die Polizei einen starken Fokus auf die Unterbindung von diversen beliebten Freizeitaktivitäten legen, kündigte der Sprecher an. Dies betreffe etwa Skitouren oder Bergwanderungen. Solche Aktivitäten sind laut Verordnung untersagt.

Relativ unspektakulär stellt sich unterdessen die Verkehrssituation im Bundesland dar. An den kontrollierten Grenzübergängen herrsche kaum Pkw-Verkehr – außer am Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden, wo man es mit einigem Berufspendlerverkehr zu tun habe. Der Lkw-Verkehr laufe hingegen flüssig und ohne gröbere Staus. Jeweils 4000 Lkw seien am Donnerstag in beide Richtungen zwischen dem Brenner und Kufstein durch Tirol unterwegs gewesen.

Nehammer warnt Unbelehrbare: "Strafrahmen enorm"

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) betonte bei einer Pressekonferenz am Freitag noch einmal die Wichtigkeit, mindestens einen Meter Abstand zu halten. Auch wenn das schöne Wetter verlockend sei, hätte sich der überwiegende Teil der Bürger an die Vorgaben gehalten. Nun gelte es auch jene zu überzeugen, die das noch nicht getan hätten.

Österreichweit habe die Polizei bisher 1200 Anzeigen erstellt. Mit diesem „Nachdruck" würde man weiterhin darauf drängen, dass den Maßnahmen gefolgt werde. "Für alle, die glauben, wir nehmen das vielleicht auf die leichte Schulter, wen man dagegen verstößt: Der Strafrahmen ist enorm" – nämlich bis zu 3600 Euro für Einzelpersonen und bis zu 30.000 Euro für Gastronomiebetriebe, die trotz des Verbotes aufsperren. (TT.com, APA)

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