Coronavirus: Online-Sporthändler melden große Zuwächse

Die Firma Intersport berichtet von einer Verdoppelung der Besuche auf der Homepage. Unter anderem sind Hometrainer, Laufbänder, Trampoline und Tischtennis-Tische sehr gefragt. Auch Hervis verzeichnet gute Umsätze.

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© IHP

Wien – Wie erwartet hat sich auch der Online-Absatz bei den nun geschlossenen Sportgeschäften teilweise drastisch erhöht. Intersport spricht von einem sehr hohen Anstieg von Besucherzahlen auf seiner Website und zwar in etwa von einer Verdoppelung. Besonders Sportartikel für zu Hause, um auch in Zeiten der Corona-Epidemie und des "social distancing" fit zu bleiben, sind gefragt.

Sport-Produkte für Haus und Heim sind hoch im Kurs. "Die deutlichsten Zuwachsraten sind bei Fitness-Artikeln, wie Hometrainern und Laufbändern. Aber auch andere Artikel für die sportliche Betätigung zuhause, wie etwa Tischtennistische oder Trampoline für den Garten, sind derzeit sehr gefragt", hieß es von Intersport. Daher seien auch die Durchschnittsausgaben pro Einkauf deutlich angestiegen, vor allem wegen der Fitness-Großgeräte und der Tischtennis-Tische.

Langfristige Veränderung des Einkaufsverhaltens

"Wir rechnen damit, dass es auf dem weit überdurchschnittlichen Niveau weiter gehen wird. Auch langfristig können solche Ausnahmesituationen ein verändertes Einkaufsverhalten in der Bevölkerung mit sich bringen", sagte Geschäftsführer Thorsten Schmitz. Er untermauerte, dass ein Einkauf auf dem Portal von Intersport immer schon ein Kauf bei einem lokalen Händler in Österreich" gewesen sei, da man die Ware aus den Geschäften an die Kunden versende.

Für die rund 1500 Mitarbeiter von Hervis, eine Sporthandels-Tochter des Lebensmittelkonzerns Spar, heißt es zumindest teilweise, sich in neuem Metier zu versuchen. "Hervis-Mitarbeiter werden, wenn Bedarf besteht, in unseren Märkten aushelfen. Derzeit sind rund 260 bei Spar und Interspar bereits im Einsatz", erklärte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann am Freitag mit.

"Der Hervis-Onlineshop ist weiterhin in Betrieb und verzeichnet gute Umsätze. Etwa 30 Mitarbeiter sind hier im Einsatz, um den Online-Shop weiter abzuwickeln", berichtete Berkmann. Aktuell verkaufe man sehr viele Tischtennistische und Trampoline.

Sport 2000 will Online-Lösung für Händler

Bei Sport 2000 hat man bisher keinen Online-Handel betrieben. Eine Politik, an der man eigentlich festhalten will. Doch außergewöhnliche Zeiten bedingen außergewöhnliche Maßnahmen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sport 2000 Online-Lösung für unsere Händler, um auch in Zeiten von Geschäftsschließungen Umsätze möglich zu machen", erklärte Holger Schwarting, Vorstand von Sport 2000 Österreich. Bereits zu Beginn der kommenden Woche wird es mit einigen Händlern erste Testläufe geben und sukzessive mehr Händler angeschlossen.

Auch Sport 2000 unterstütze selbstverständlich alle von der Regierung verordneten Maßnahmen, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Der Fokus liege in diesen Tagen auf der Gesundheit unserer Händler sowie Mitarbeiter. "Besonders wichtig ist es jetzt auch, langfristig Arbeitsplätze zu sichern", so Schwarting.

Wir glauben an den stationären Handel

Allerdings will man den Online-Verkauf nicht als Zukunftsstrategie verstanden wissen. "Wir glauben an den stationären Handel. Wir laden alle Kunden ein, geplante, aber nicht dringend erforderliche sportliche Einkäufe, auf später zu verlegen und diese in ihren Sport 2000-Fachgeschäften nach der Krise zu tätigen", appellierte Schwarting. Dadurch stärke man nicht nur seine Firma, sondern die gesamte österreichische Wirtschaft. (APA)


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