VKI: Vorsicht bei Käufen auf Online-„Marketplaces“

Laut dem Verein für Konsumenteninformation zeige eine Untersuchung, zwei Drittel von 250 geprüften Produkten fallen bei Sicherheitstests durch.

Die meisten Artikel, die auf den großen international agierenden Online-Marktplätzen angeboten werden, scheiterten an der elektrischen, physikalischen oder chemischen Sicherheit.
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Wien – Verbraucherschutzorganisationen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Italien und den Niederlanden haben im Rahmen einer Untersuchung 250 Produkte auf Amazon Marketplace, AliExpress, eBay, Wish und LightInTheBox eingekauft und geprüft.

Das Fazit: Bei 250 überprüften Produkten erfüllte der Großteil der Artikel nicht die erforderlichen Sicherheitsstandards. Zwei von drei Produkten (165 Produkte), die im Bereich solcher sogenannten „Marketplaces“ eingekauft wurden, entsprachen nicht den in der EU gültigen Sicherheitsanforderungen.

Die Durchsetzung von Rechtsansprüchen gegenüber Anbietern ist oft äußerst problematisch, vor allem wenn die Verkäufer einen Firmensitz außerhalb der EU haben.
Christian Kornherr, Leiter des Bereichs Untersuchung im VKI

Geprüft wurden unter anderem Elektrogeräte, Spielzeug, Körperpflegeprodukte und Bekleidung. Zu den Gefahren, die von den Produkten ausgehen können, gehören neben Gesundheitsschädigungen durch hohe Schadstoffbelastung auch das Auslösen von Bränden, das Risiko von Stromschlägen oder die Gefährdung durch Strangulation.

Tipps für Konsumenten:

🤔 Von wo wird der Artikel versendet?

Oft ist es schwierig zu erkennen, ob Sie auf einem Marktplatz oder direkt bei einem Online-Shop einkaufen. Überprüfen Sie, von wo der Artikel versendet wird.

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🎌 Impressum überprüfen

Überprüfen Sie auch Angaben und Impressum des Verkäufers – EU-Händler müssen Telefonnummer, Adresse und Namen angeben.

👍 Gibt es eine Garantie?

Erkundigen Sie sich auf der Website des Marktplatzes über Ihre Rechte. Oftmals gibt es keine oder nur eine begrenzte Garantie. Die Gewährleistung ist oft schwer durchsetzbar.

💶 Vorsicht bei Schnäppchen

Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, sind es oft auch nicht. Nicht selten bedeutet geringerer Verkaufspreis auch geringere Sicherheit.

㊙️ Vorsicht bei No-Name-Produken

Besonders vorsichtig sollten Sie beim Kauf von No-Name-Produkten sein, vor allem bei Elektronik, Kinderbekleidung, Kinderspielzeug und Kosmetika.

🚸 Achtung bei Kinderkleidung

Achten Sie wenn möglich auf Anzeichen von schlechter Verarbeitung oder starkem chemischen Geruch. Giftstoffe oder sich lösende Kleinteile sind ein häufig auftretendes Sicherheitsrisiko.

Achten Sie bei Kinderkleidung besonders auf die Verarbeitung: Kleidung für Kinder bis 7 Jahre darf keine Kordeln, Schnüre oder Schlaufen in den Kapuzen oder in der Nähe des Halsausschnittes haben. (TT.com/APA)

Mehr zum Thema

Informieren Sie sich bei „Safety Gate“, dem Warnportal der EU. Dort wird wöchentlich ein Überblick über unsichere Produkte in Europa gegeben.

🔗 Verein für Konsumenteninformation

Weitere Informationen

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