EU-Parlament will Räumung griechischer Flüchtlingscamps

Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios. Das Europaparlament fordert angesichts der Gefahr durch das Coronavirus die Räumung der Lager.

Das überfüllte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.
© LOUISA GOULIAMAKI

Brüssel – Wegen der drohenden Gefahr durch das Coronavirus hat das Europaparlament die Räumung von Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln gefordert. In den überfüllten Camps gebe es weder die Chance, sozialen Abstand einzuhalten noch angemessene Hygiene-Bedingungen, schreibt der Vorsitzende des Innenausschusses, Juan Fernando López Aguilar, am Montag in einem Brief an den EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic.

Um eine schnelle Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern, müssten die Lager möglichst rasch vorsorglich geräumt werden.

Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios - dabei liegt die Kapazität eigentlich bei rund 7000 Plätzen. Rund 1500 von ihnen sind laut EU-Kommission unbegleitete Minderjährige.

"Falls die EU scheitert, unverzüglich zu handeln, wird die Situation auf den griechischen Inseln nicht zu beherrschen sein, mit dem Risiko vieler Toter", schreibt López Aguilar. Um das zu verhindert, stellt der Ausschluss einige Mindestforderungen auf.

Dazu gehört, dass vorsorglich alle Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, aus den Lagern geschafft werden sollten. Auch Menschen mit Atemproblemen, Diabetes und anderen Krankheiten, die zu schwerwiegenden Symptomen führen könnten, sollte davon betroffen sein. Außerdem solle insbesondere die geplante Umsiedlung der unbegleiteten Minderjährigen fortgesetzt werden. Dies könne etwa mit Quarantäne-Maßnahmen oder selbst auferlegter Isolation verbunden werden. Jene, die am verletzlichsten seien, müssten zuerst umgesiedelt werden.

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Coronavirus-Pandemie zu Verzögerungen bei der Umsiedlung führen werde. (APA/dpa)


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