IOC und Japan einig: Olympia in Tokio wird auf 2021 verschoben

Es ist eine historische Entscheidung. Japans Ministerpräsident Abe machte den Weg für die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio frei. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (l.) und IOC-Präsident Thomas Bach haben sich auf eine Verschiebung der Spiele geeinigt.
© Rodrigo Reyes Marin

Tokio/Wien - Die quälende Warterei auf eine Entscheidung hat ein Ende, die Olympia-Athleten werden ihr für Sommer 2020 anberaumtes Highlight erst später erleben. Die ursprünglich von 24. Juli bis 9. August geplanten Olympischen Sommerspiele in Tokio sind wegen der Corona-Pandemie auf noch nicht bestimmte Zeit verlegt worden. Darauf einigten sich das IOC und Japan am Dienstag nach einer Telefonkonferenz.

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Der Druck vieler Nationaler Olympischer Komitees, Internationaler und Nationaler Fachverbände auf das Internationale Olympische Komitee (IOC) war in den vergangenen Tagen immer größer geworden. Am Dienstag kamen Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und IOC-Präsident Thomas Bach überein, dass die Spiele verschoben werden. Der Termin steht noch nicht fest, spätestens Sommer 2021 wurde aber vereinbart. Die Spiele sollen ihren Namen behalten und als Tokio 2020 abgehalten werden. Auch die Olympische Flamme soll in Japan bleiben.

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Diese Verschiebung ist eine historische Entscheidung. Eine Absage gab es in der Vergangenheit dagegen schon einige Male. Im Ersten Weltkrieg wurden die Sommerspiele 1916 (Berlin), im Zweiten Weltkrieg die Sommerspiele 1940 (Tokio) und 1944 (London) sowie die Winterspiele 1940 (Cortina d'Ampezzo) und 1944 (Sapporo) gestrichen.

ÖOC begrüßt Verschiebung

Das Österreichische Olympische Komitee unterstützt die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Regierung von Japan, die Sommerspiele in Tokio zu verschieben. „Wir begrüßen die Entscheidung, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt die einzig richtige im Sinne der Gesundheit aller Athletinnen und Athleten ist", teilte ÖOC-Präsident Karl Stoss mit.

IPC bestätigt Paralympics-Verschiebung

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat die Verschiebung auch der Paralympics in Tokio bestätigt. „Die Spiele zu verschieben, ist das absolut Richtige“, sagte IPC-Präsident Andrew Parsons: „Es ist einfach nicht möglich, irgendein Sportereignis während dieser Pandemie auszutragen.“ Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte zuvor die Verschiebung der für diesen Sommer geplanten Olympischen Spiele verkündet und auch die Verschiebung der Paralympics erklärt.

Der Höhepunkt der Covid-19-Krise in Europa sei nicht einmal erreicht. „Eine schlagartige Verbesserung der Lage ist nach derzeitiger Wissenslage nicht mehr in Sicht", sagte Stoss. „Grundprinzipien wie Gesundheit, der Schutz des sauberen Athleten und Chancengleichheit bzw. die faire Austragung der Qualifikation sind unter diesen Umständen nicht mehr möglich."

2021 dürfte damit ein Mega-Sportjahr werden, wurde doch auch bereits die Fußball-EM um ein Jahr auf 11. Juni bis 11. Juli 2021 verschoben. Für Österreich sehr relevant sind zudem die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften von 7. bis 21. Februar in Cortina d'Ampezzo und die Nordische WM von 23. Februar bis 7. März in Oberstdorf. (APA)


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