Gut zu wissen: Tipps für sicheres Trinkwasser bei Betriebsschließungen

Bei Betriebsschließungen und dem dadurch verursachten längeren Verweilen des Wassers in den Leitungen kann es zur Vermehrung von schädlichen Mikroorganismen kommen. Experten geben zumindest in Sachen Corona Entwarnung: Durch Wasser oder Lebensmittel droht keine Gefahr.

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© PantherStock

Wien – Von Wasser oder Lebensmittel geht keine Gefahr durch Coronaviren aus – das betonten am Montag erneut Experten der Technischen Universität (TU) Wien. Allerdings kann es bei Betriebsschließungen und dem dadurch verursachten längeren Verweilen des Wassers in den Leitungen zur Vermehrung von schädlichen Mikroorganismen kommen.

Von den österreichischen Wasserversorgern werde Trinkwasser in hervorragender Qualität bereitgestellt, wenn es allerdings in Folge zu geringer Nutzung in den Hausinstallationen länger verweilt, können sich Mikroorganismen wie Pseudomonas aeruginosa oder Legionella vermehren und das Wasser so zu einem Gesundheitsrisiko werden. Insbesondere in Kaltwassersystemen seien solche Erreger nur mit sehr hohem Aufwand zu beseitigen.

Um nach der Krise rasch wieder den Betrieb aufnehmen zu können, geben die Experten Tipps:

🥵 Warmwasserspeicher sollten permanent auf der vorgesehenen Betriebstemperatur gehalten und eine vorhandene Zirkulation nicht abgeschaltet werden.

🚰 An jeder Armatur sollte täglich mit Kaltwasser gespült werden, bis kaltes Wasser fließt, und spätestens nach 72 Stunden Mischwasser, also warmes und kaltes Wasser gleichzeitig, laufen gelassen werden. Den Experten zufolge bleibt bei einer solchen Kontrollfrequenz auch der Versicherungsschutz für Wasserschäden aufrecht.

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🚱 Vor der Wiederinbetriebnahme sollte mit heißem Wasser gespült werden – bei 70 Grad Celsius für rund drei Minuten oder bei 65 Grad Celsius für etwa zehn Minuten. So würden insbesondere Legionella und Pseudomonas aeruginosa abgetötet.

☣️ Das Forum empfiehlt vor der Nutzung eine mikrobiologische Überprüfung.

Coronaviren "viel weniger stabil"

Dass von Coronaviren keine Gefahr durch Wasser oder Lebensmittel ausgeht, erklärte Andreas Farnleitner vom Forschungszentrum "Wasser und Gesundheit" der TU Wien in einer Aussendung. Infektiöse Viren, die man in mit Fäkalien belasteten Wasserproben oft finde, seien ganz andere Arten von Viren als SARS-CoV-2. "Das sind normalerweise Viren, die sich im menschlichen Darm vermehren und über Exkremente in die Umwelt gelangen.

Das können etwa Enteroviren, Rotaviren oder Adenoviren sein, die teilweise wochenlang außerhalb des Körpers infektiös bleiben können. Coronaviren sind viel weniger stabil. Sie können im optimalen Fall wenige Tage im Freien überleben, unter realistischen Bedingungen sind es meist eher Stunden oder Minuten", so Farnleitner.

Grund sei die Hülle der Coronaviren, die aus Lipiden und eingebetteten Proteinen bestehen und "sehr zart und fragil" sei. Daher könne das Virus außerhalb des Körpers nicht lange überleben. "Es ist also nicht nötig, sauberes Trinkwasser abzukochen, und man wird sich nicht über Lebensmittel mit SARS-CoV-2 anstecken", heißt es in der Aussendung. (APA)


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