VGT: Österreich und EU senken Tier-Schutz bei Transporten

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) appelliert an die EU-Kommission und an Tierschutzminister Rudolf Anschober, Tiertransporte zu stoppen. Angesichts der Corona-Krise würden die Transporte stunden- manchmal sogar tagelang in Staus feststecken.

(Symbolbild)
© VGT

Wien – Während in Krisenzeiten der Schutz von Tieren eigentlich erhöht werden müsste, wird er jetzt sogar aktiv eingeschränkt, klagt der Verein gegen Tiertransporte in einer Aussendung am Mittwoch. Nachdem zu Beginn der Corona-Krise in Österreich die Tiertransporte stunden- manche sogar tagelang in den Staus feststeckten, sei die Lage bei Transporten in Drittländer indessen noch verheerender. So haben sich die Wartezeiten für Tiertransporte, die die EU per Schiff nach Marokko verlassen, verdreifacht.

Statt Tiertransporte in Zeiten von Corona einzuschränken, vereinfache die EU-Kommission in einem Schreiben an die Ministerien sogar deren Abfertigung, klagen die Tierschützer. Der VGT habe deshalb eine Anfrage an das Gesundheitsministerium gestellt: Von dort sei die Rückmeldung gekommen, dass keine Maßnahmen zum Schutz der Tiere während der Corona-Krise vorgesehen seien.

Es gebe weder Einschränkungen, noch Empfehlungen, wie die Transporte abzufertigen seien. Bei der Transportplanung solle lediglich mehr Zeit für Grenzkontrollen eingeplant werden.

Lenk- und Ruhezeiten von Lkw-Fahrern gelockert

"Eine unverantwortliche Regelung" nennt der VGT auch eine Maßnahme der Regierung, wonach Fahrer nun elft Stunden pro Tag - in der Woche insgesamt 60 Stunden – fahren dürfen. Das würde nicht nur Fahrer sondern auch Tiere und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, so Ann-Kathrin Freude vom VGT.

Auch mit der EU ist der VGT in dieser Frage nicht zufrieden, wie TT.com bereits berichtete. Weil Amtsärzte nicht mehr bei der Verladung der Tiere vor Ort sein müssen, sieht Freude das Wohl der Tiere in Gefahr. Der Tierschutzverein schlägt vor statt lebenden Tiere, gekühltes Fleisch zu verschicken. Tiertransporte würden in Zeiten von Corona nicht nur sinnloses Leid bedeuten, sondern auch eine zusätzliche Gefahrenquelle für die öffentliche Sicherheit sein. (TT.com)


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