200.000 Corona-Fälle und 11.810 Todesfälle in Europa

Fast die Hälfte aller weltweit aufgetretenen Covid-19-Erkrankungen hat es bisher in der EU bzw. im europäischen Wirtschaftsraum gegeben. Seit 12. März hat sich die Zahl der Covid-Erkrankten und der Todesopfer in Europa fast um den Faktor 10 erhöht.

Die Häufigkeit von neuen Erkrankungen durch SARS-CoV-2 ist mit 97,7 Fällen pro 100.000 Einwohner in einem Beobachtungszeitraum von zwei Wochen in Italien sehr hoch
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Stockholm, Wien – Fast die Hälfte aller weltweit aufgetretenen Covid-19-Erkrankungen hat es bisher in der EU bzw. im europäischen Wirtschaftsraum gegeben: mit Stichtag Mittwoch, 15. März, waren es 204.930 Fälle im Vergleich zu bisher 416.916 Erkrankungen weltweit. In Europa wurden bisher 11.810 Todesfälle registriert, teilte das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC/Stockholm) Mittwoch mit.

Seit 12. März hätte sich die Zahl der Covid-Erkrankten und der Todesopfer in Europa fast um den Faktor 10 erhöht. Alle europäischen Staaten seien mit exponentiellen Wachstumskurven konfrontiert, ganz so wie die chinesische Provinz Hubei zwischen Jänner und Anfang Februar dieses Jahres, schrieben die Experten des ECDC.

Italien und Spanien am meisten betroffen

In Europa am meisten betroffen sind mit 34 Prozent der Fälle Italien, Spanien (19 Prozent), Deutschland (15 Prozent und Frankreich (elf Prozent). In Spanien und Italien wurden bisher mit 2996 bzw. 6820 Opfern insgesamt 58 Prozent der Todesfälle durch Covid-19 in Europa registriert.

Die Häufigkeit von neuen Erkrankungen durch SARS-CoV-2 ist mit 97,7 Fällen pro 100.000 Einwohner in einem Beobachtungszeitraum von zwei Wochen in Italien sehr hoch, in Island, Liechtenstein und Luxemburg sind es sogar mehr als 100 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. In Italien hätte die Zahl der Patienten die Kapazitäten auf den Intensivstationen eindeutig überfordert, das könnte auch in anderen Ländern geschehen, warnte ECDC.

Ganz unten in der Liste sind derzeit Ungarn mit 2,2 Fällen pro 100.000 und 14 Tage Zeitraum und knapp darüber (2,3) Polen angesiedelt. Möglicherweise werde es zwischen Ende März und Mitte April zu einem Höhepunkt der Erkrankungswelle kommen, heißt es in dem neuen Report. In Italien scheint sich die Zahl der täglichen Neuerkrankungen nach dem Gipfel am 21. März mit 6.557 Fällen an einem Tag nunmehr laufend zu reduzieren, schrieben die ECDC-Experten.

Hospitalisierungsraten enorm hoch

Bei 14.011 Erkrankten, zu 97 Prozent aus Deutschland, konnten die häufigsten Symptome ausgewertet werden: Es waren zu 47 Prozent Husten, dann Fieber (25 Prozent), Heiserkeit (16 Prozent) und Abgeschlagenheit (sechs Prozent).

Die Hospitalisierungsraten der Erkrankten sind insgesamt in Europa - derzeit bietet Österreich ein ganz anderes Bild - ausgesprochen hoch: In 17 Staaten mit 43.438 gemeldeten Erkrankungen lag sie bei 30 Prozent. Die Bandbreite betrug zwischen elf und 41 Prozent. Die Aufnahme in eine Intensivstation erfolgte bisher in Europa bei vier Prozent (zwischen zwei und acht Prozent je Land) der Erkrankten.

Unter den Spitalspatienten in 15 Staaten (Daten von 12.961 Patienten ausgewertet) wurde eine schwere Verlaufsform der Covid-19-Erkrankung bei 15 Prozent der Eingelieferten registriert. Die Todesrate unter stationär aufgenommenen Patienten aus acht Staaten (1457 Todesfälle bei 12.551 Patienten) betrug zwölf Prozent mit einer Schwankungsbreite zwischen sechs und 14 Prozent. (APA)


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