Drei Minuten bis zum ersten Schrei: Geburtshilfe per Telefon von der Leitstelle

Als bei Larissa Haider Donnerstagfrüh die Wehen einsetzten, dachte sie, es wäre noch genug Zeit für die Fahrt ins Krankenhaus Reutte. Aber ihr Sohn hatte es eilig. Und so wurden ihr Partner und ein Leitstellenmitarbeiter zu Geburtshelfern.

Marino wollte ganz schnell auf die Welt.
© Haider/Pfeiler

Reutte, Innsbruck – Marino hatte es eilig. Sehr eilig. So eilig, dass es nicht einmal die Rettung rechtzeitig zum Zuhause seiner Eltern geschafft hat. Und so half ein Mitarbeiter der Leitstelle Tirol übers Telefon bei der Geburt mit.

Gesund und glücklich: Larissa Haider, Riccardo Pfeiler und ihr Sohn Marino.
© Haider/Pfeiler

"Es war so kurz vor 4 Uhr, als die Wehen eingesetzt haben", sagt Larissa Haider wenigen Stunden später zur Tiroler Tageszeitung. Die 26-jährige Außerfernerin weckte langsam ihren Freund Riccardo Pfeiler. "Ich hab ihm gesagt, es ist Zeit seine Sachen zu bügeln. Ich dachte, es eilt noch nicht so sehr." Schließlich habe die Geburt ihres ersten Sohnes Leandro 14 Stunden gedauert.

Aber dann ging es auf einmal ganz schnell. Ihr Partner habe noch die Rettung verständigt – und dann mit der Leitstelle gesprochen. "Der Mitarbeiter hat uns dann noch durch die letzten drei Minuten geführt und uns unterstützt", sagt Larissa. So eilig hatte es ihr Sohn. Papa Riccardo sei eine "hervorragende Hebamme" gewesen. "Wir haben das zusammen wirklich gut gemeistert. Wir haben toll kommuniziert und es hat super funktioniert." Die Nabelschnur hat der Vater mit dem Schnürsenkel abgebunden. Durchtrennt wurde sie dann von den Rettungssanitätern, die wenig später ankamen.

Mit der Rettung ging es dann für die drei ins Krankenhaus nach Reutte. "Es war sehr aufregend, das müssen wir noch verarbeiten. Aber es geht uns sehr gut." Leandro wartet jetzt mit der Oma darauf, dass sein kleiner Bruder und die Eltern wieder nach Hause kommen.

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"Unser Mitarbeiter Martin ist immer sehr gelassen. Er hat das ganz ruhig gemeistert", sagt Leitstellen-Betriebsleiter Gerhard Stauder. Ganz ungewöhnlich sei so eine Geburtsbegleitung am Telefon in der Leitstelle nicht. "Das kommt so zwei bis drei Mal im Monat vor. Die Mitarbeiter folgen dabei dem Abfrageprotokoll." (smo)


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