E-Mail aus Ischgl: „Behörden haben alles unter Kontrolle“

Ein E-Mail-Verkehr zwischen den verantwortlichen Touristikern in Ischgl und einer niederländischen Touristin wirft ein ganz besonderes Licht auf die Vorgänge in dem Skiort.

Ein E-Mailverkehr wirft ein Schlaglicht auf die Vorgänge im Paznaun.
© Thomas Böhm

Ischgl – Es ist ein E-Mail-Verkehr, der wieder einmal ein ganz besonderes Licht auf die Vorgänge in Ischgl wirft. Auf das Handeln der dortigen Tourimusverantwortlichen und der Behörden. Im „Semiosisblog“ des ehemaligen Klubmitarbeiters der Liste Pilz Sebastian Reinfeldt wurde am Montag ein digitaler Schriftwechsel einer niederländischen Touristin mit dem Tourismusverband Ischgl veröffentlicht.

Die Frau stornierte den Skiurlaub ihrer Reisegruppe wegen der erkrankten Isländer. Sie wies am 6. März den Verband darauf hin, exakt zu informieren und sich bei den isländischen Behörden zu erkundigen. Diese seien sich nämlich sicher, dass die Infektion ihrer Landsleute in Ischgl begonnen habe.

Die österreichischen Behörden hätten die Situation sehr gut unter Kontrolle und außerdem vertraue man ihnen zu 100 Prozent, bekam die Niederländerin als Antwort. Bekanntlich mutmaßte damals die Landessanitätsdirektion, dass sich die isländischen Gäste nicht in Ischgl, sondern im Flugzeug von München in ihre Heimat angesteckt hätten.

Weil der Verdacht bestehe, dass die Skigebiete von den Behörden, Touristikern und Seilbahnern zu spät gesperrt wurden, will der Obmann des Verbraucherschutzvereins (VSV) Peter Kolba eine Sammelklage einbringen. Bereits in der Vorwoche hat er eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt, bisher haben sich rund 2500 betroffene Urlauber als Geschädigte bei ihm gemeldet.

Im Zusammenhang mit einer in der Vorwoche vom Land eingebrachten Anzeige, dass möglicherweise bereits Ende Februar in einem Betrieb in Ischgl eine Mitarbeiterin an Corona erkrankt gewesen sei, man dies aber nicht gemeldet habe, lässt die Staatsanwaltschaft Innsbruck derzeit polizeilich erheben, wer wann etwas gewusst haben könnte. Erst nach einem konkreten Anfangsverdacht wird es dann Ermittlungen geben. (pn)


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