Bresnik ein Jahr nach Trennung von Thiem: „Macht es um nichts ästhetischer"

Vor rund einem Jahr gingen Günter Bresnik und Dominic Thiem getrennte Wege. Der ehemalige Coach und Manager des ÖTV-Stars wagt einen nüchternen Blick in den Rückspiegel.

Gingen getrennte Wege: Günter Bresnik und Dominic Thiem.
© gepa

Wien – Für Günter Bresnik jährt sich demnächst das Ende der Zusammenarbeit mit Dominic Thiem. Der Weltranglisten-Dritte hatte sich sozusagen in zwei Etappen zunächst vom Trainer, dann kurz vor den French Open vom Manager Bresnik getrennt. Im Rückblick betrachtet der Ex-Davis-Cup-Kapitän und frühere ÖTV-Sportdirektor dies „nüchtern wie immer“.

„Ehrlichkeit, Loyalität, Werte ..., da ist nicht viel eingehalten worden“

„Es wird mir halt immer klarer, wie das gelaufen ist. Es macht es um nichts ästhetischer. Es sind Dinge, die ich halt gar nicht verstehe. Ehrlichkeit, Loyalität, Werte ..., da ist nicht viel davon eingehalten worden“, erklärte Bresnik und fügt hinzu, „ich habe eigentlich kein Problem damit, außer dass man sich vielleicht darüber ärgert, dass man sich täuschen hat lassen. Wenn ich jemandem alles zu verdanken habe, dann kann ich so nicht mit ihm umgehen. Wolfgang (Thiem) wäre ein Clubtrainer in Seebenstein und Dominic wäre ein Future-Spieler.“

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Im Leistungszentrum Südstadt ist Bresnik eine von drei Personen in der seit 2001 privat geführten Betreibergesellschaft. Der Vertrag wurde erst vor kurzem um zwölf Jahre verlängert. Die Plätze dort sind laut Bresnik „bummvoll“. Er sieht seine Zukunft auch weiter in der Südstadt, schließt aber ein neuerliches Engagement auf der Tour nicht aus. „Wenn was kommt, was mich aufregt, dann mach‘ ich das. Seit ich Familie habe, also seit fast 25 Jahren, habe ich es immer so gestaltet, dass das familienverträglich ist. Mich stört es nicht, ob ich zehn oder 25 Wochen unterwegs bin.“ Anfragen gäbe es nach wie vor, aber da müsse alles zusammenpassen.

Zum Chaos im ÖTV, wo nun gleich alle neun Landesverbandspräsidenten ins Präsidium wollen, hat Bresnik auch eine klare Meinung. „Es bringt nichts, wenn du irgendwelche Leute hast, die sich nur dadurch unterscheiden, welche Einsager sie haben. Bei den meisten fehlt mir komplett die Führungsqualität“, so Bresnik. Die Person müsse das Team führen und sich nicht auf ein Podest stellen. Gute Führungskräfte machen dies aus Bresnik-Sicht „so unauffällig, dass das keiner mitkriegt“. Man müsse einen Präsidenten wählen, der nicht von Eitelkeiten getrieben wäre. Er selbst hat „null“ Interesse an einer Rückkehr in den ÖTV. „Ein Trainer soll sich darum kümmern, dass er Spieler besser ausbildet.“ (APA)


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