Fake-Shops zu Corona und Abo-Fallen: Vorsicht vor Internet-Betrügern

Abo-Fallen waren auch 2019 das größte Ärgernis beim Online-Betrug, wie der Jahresbericht der Streitschlichtungsstelle "Internet Ombudsmann" zeigt. Die Einrichtung warnt: Cyberkriminelle nutzen den aktuellen Boom beim Online-Shopping aus.

Über Fake-Gewinnspiele kommen Betrüger häufig an Kreditkartendaten.
© Getty Images/iStockphoto

Wien – Die Corona-Krise ruft Betrüger auf den Plan: Cyberkriminelle nützen den Boom beim Online-Shopping aus, warnt die Schlichtungs- und Beratungeinrichtung Internet Ombudsmann. Virtuelle Fake-Shops locken vor allem mit medizinischen Produkten wie Atemschutzmasken, Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung, dazu kommen gefälschte E-Mails von vorgeblichen Paketdienstleistern oder Mobilfunkanbietern.

❓ Was macht der Internet Ombudsmann?

Der Internet Ombudsmann ist eine staatlich anerkannte Schlichtungsstelle für Streitigkeiten rund um online abgeschlossene Verträge. Er bietet kostenlose Schlichtung und Beratung auch zu anderen internetbezogenen Themen (Urheberrecht, Datenschutzrecht, Recht am eigenen Bild, Persönlichkeitsrechte etc.) an.

Am Dienstag legte die Streitschlichtungsstelle ihren Jahresbericht 2019 vor. 4762 Beschwerden – rund 30 Prozent mehr als im Jahr davor – und 5584 Anfragen – etwa 88 Prozent mehr – wurden bearbeitet. Die gemeldete Schadenshöhe aller Beschwerden betrug mehr als 1,7 Millionen Euro. Die Zunahme zeige vor allem, dass immer mehr Menschen das kostenfreie Angebot nützen, sagte Projektleiter Karl Gladt.

Abo-Fallen und Fake-Gewinnspiele

58 Prozent der Beschwerden 2019 betrafen Betrugsfälle. Das häufigste Ärgernis waren Abo-Fallen im Netz mit einem Anteil von 38 Prozent. Zu einem großen Teil geht es hier um betrügerische Film-Streaming-Plattformen: Auf der Suche nach kostenlosen Blockbustern registrieren sich Konsumenten, wenige Tage später kommt die Rechnung für eine angeblich abgeschlossene kostenpflichtige Mitgliedschaft.

Auch die Beschwerden zu Abo-Fallen mit Kreditkartenabbuchungen haben zugenommen. Hier wird Nutzern via SMS, Spam oder Werbung vorgegaukelt, sie hätten bei einem Gewinnspiel gewonnen. Geben sie ihre Kreditkartendaten preis, buchen die Betrüger monatlich Beträge ab. Ein wirksamer Vertrag kommt bei solchen Maschen nicht zustande und die gestellten Rechnungen müssen nicht bezahlt werden, betonten die Experten.

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Fake-Shops mit einem Anteil von 16 Prozent an den Beschweren täuschen einen Online-Shop vor. Spitzenreiter in dieser Kategorie war 2019 "Cragoo", so die Konsumentenschützer. Ein weiteres Ärgernis sind unseriöse Online-Händler, die minderwertige oder gefälschte Produkte verkaufen. Weitere Beschwerdegründe betrafen klassische Probleme im E-Commerce wie Unklarheiten beim Vertragsabschluss, Lieferverzug bzw. keine Lieferung, Streitigkeiten um das gesetzliche Rücktrittsrecht, die Wirksamkeit einer Kündigung bzw. die Laufzeit eines Vertrags sowie Beschwerden zum Thema Datenschutz. (APA, TT.com)


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