Gut zu wissen: Was die Mundschutzpflicht im Supermarkt bedeutet

Der Mund-Nasen-Schutz ist gratis und darf auch mitgenommen werden. Er soll die Weitergabe des Virus verhindern – schützt die Träger selbst aber vor einer Infektion nicht.

Ab 6. April muss beim Einkaufen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
© APA

Wien – Ab kommender Woche wird das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Supermärkten und Drogeriemärkten zur Pflicht. Das betrifft alle Geschäftslokale mit einem mehr als 400 Quadratmeter großen Kundenbereich. Doch was ist im Zusammenhang mit der Tragepflicht von Mundschutz zu beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

😷 Verhindert der Mund-Nasen-Schutz eine Infektion?

  • Nein. Das Ziel ist nach Angaben der Regierung auch nicht der Schutz des Trägers vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, sondern die Vermeidung der Weitergabe an andere Personen.

🩺 Bei welchen Krankheitssymptomen dürfen Supermärkte und Drogerien nicht betreten werden?

  • Personen mit „akuten Symptomen einer respiratorischen Infektion" sollen die Geschäfte nicht betreten, konkret sind diese Symptome Husten, Fieber und Kurzatmigkeit. Dies entspreche der schon bisher verwendeten Symptomdefinition für Covid-19-Verdachtsfälle, hieß es im Gesundheitsministerium auf Anfrage.

💶 Ist der Mund-Nasen-Schutz gratis?

  • Ja. Der Mund-Nasen-Schutz soll von den Handelsunternehmen „kostenfrei" zur Verfügung gestellt werden.

🛍️ Kann man sich den MNS-Schutz nach dem Einkaufen mitnehmen?

  • Ja. Allerdings sollte er daheim entweder gewaschen oder zumindest gut getrocknet werden. Nach dem Abnehmen des MNS vom Gesicht sollten die Hände gut gewaschen werden.

↔️ Muss man trotz Mund-Nasen-Schutz zu anderen Menschen Abstand halten?

  • Ja, unbedingt. Der Mindestabstand zu anderen Personen von einem Meter gilt auch, wenn eine Maske getragen wird. Die Hygieneregeln sind ebenso einzuhalten, auch wenn beim Einkaufen eine Maske getragen wird.

👩‍⚕️ Gilt die Tragepflicht auch für Apotheken?

  • Nein. Derzeit ist die Tragepflicht für Mund-Nasen-Schutz nur für Supermärkte und Drogerien vorgesehen.

🛒 Wird die Tragepflicht von MNS in allen Filialen gelten?

  • Nein. Sie gilt nur für Filialen mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Durchschnittlich liegen klassische Supermärkte laut Handelsverband aber über dieser Grenze – nämlich bei 500 bis 800 Quadratmetern. Und auch in kleineren Geschäften ist ein Meter Mindestabstand einzuhalten.

🧣 Was gilt als Mund-Nasen-Schutz? Darf man auch Tücher, Schals oder selbst gemachte Masken verwenden?

  • Bei dem vor den Supermärkten verteilten Utensilien handelt es sich laut Gesundheitsministerium um einen einfachen Mund-Nasen-Schutz. Dieser hat den Zweck, Mund und Nase zu bedecken und eine Verteilung der Viren über die Luft zu verhindern. Ähnliche Masken kann man sich daher auch selbst machen. „Jede Art der Bedeckung von Mund und Nase ist besser als keine Bedeckung", so ein Ministeriumssprecher. Ein eigenes Gesetz soll regeln, dass auch „Schnellmasken" ohne medizinische Zertifizierung verteilt werden dürfen.

😷 Was unterscheidet Mund-Nasen-Schutz und Schutzmasken?

  • Allgemein unterscheidet man zwischen Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS-Operationsmasken) und Partikel-filtrierenden Halbmasken (FFP). MNS-Operationsmasken sind kein Atemschutz und schützen daher nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, wie der Verein für Konsumenteninformation (VKI) auf Konsument.at berichtet. Sie können Ansteckung durch Tröpfchen oder Aerosole nicht abwehren.
  • FFP-Masken werden als Atemschutz gegen Aerosole (sehr kleine Schwebstoffe in der Luft) eingesetzt. Sie sind als vollständiges Atemschutzgerät mit nicht auswechselbarem Filtermaterial nach der europäischen Norm DIN EN 149 geprüft. Diese Norm unterscheidet zwischen den Klassen FFP1, FFP2 und FFP3. Je nachdem, wie groß das Rückhaltevermögen der Partikelfilter ist, wird die Maske einer der drei Klassen zugeordnet. Je dichter die Maske ist, desto höher ist auch ihre Schutzwirkung. FFP1-Masken haben die geringste Dichtheit und Schutzwirkung, FFP3-Masken die größte.

❓ Was muss man beim Tragen von Mund-Nasen-Schutz beachten?

  • Der textile Mundschutz sollte kein zweites Mal – ohne ihn vorher zu waschen – verwendet werden. Nach einer Tragezeit von etwa drei bis vier Stunden oder bei Durchfeuchtung sollte die Stoffmaske durch einen neuen, sauberen und trockenen Schutz ersetzt werden. Gebrauchter Schutz sollte nicht offen herumliegen. Nach dem Waschen (bei 60 bis 90 Grad) sollte er gut getrocknet werden.

🧵 Ich möchte mir eine Maske nähen. Was muss ich beachten?

  • Eine selbst genähte mechanische Barriere, die Mund und Nase bedeckt, kann dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Spritzer" von Niesen oder Husten zu verringern. Es hängt allerdings von der Durchlässigkeit des Gewebes und vom Sitz der Maske ab, ob dieser Effekt ausreichend erzielt wird. Empfohlen werden daher feste Stoffe aus Naturfasern, die mindestens zweilagig vernäht und eventuell noch mit Vlies verstärkt werden.

🏞️ Soll der Mund-Nasen-Schutz für den Supermarkt auch im öffentlichen Raum verwendet werden?

  • Derzeit ist eine Verwendung im öffentlichen Raum nicht angeordnet. Auf freiwilliger Basis ist das natürlich möglich und wurde von der Bundesregierung auch angeregt.

🚸 Darf man nur alleine einkaufen gehen oder dürfen die Kinder mit?

  • Die am Montag verkündete Vorgabe, dass Supermärkte künftig nur mehr von Einzelpersonen betreten werden dürfen, findet sich nicht im Erlass des Gesundheitsministeriums. Eltern dürfen die Geschäfte weiterhin mit ihren Kindern betreten.

🏃 Müssen Kinder auch den Mund-Nasen-Schutz tragen?

  • Ja. Die Tragepflicht für Mund-Nasen-Schutz gilt auch für Kinder, für Babys ist das Tragen von Mund-Nasen-Schutz laut Ministerium aber nicht notwendig. (TT.com/APA)

📽 Video | Mundschutz im Supermarkt: So trägt man MNS-Masken richtig

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