Restaurantkette Vapiano stellt Insolvenzantrag

Das Geschäft der Restaurantkette lief schon seit längerer Zeit nicht gut. Auch die 17 Filialen mit rund 500 Mitarbeitern in Österreich sind schon länger geschlossen.

Die Restaurantkette hatte schon länger Probleme. Nun dürfte das endgültige Aus aber nicht mehr abwendbar sein.
© APA/dpa/Sebastian Kahnert

Köln – Bereits vor drei Wochen hatte die Vapiano SE angekündigt, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden muss. Der Betreiber der Restaurantkette kündigte an, „kurzfristig“ Anträge unter den von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogrammen im Rahmen der Covid-19-Kris­e zu stellen.

Nun dürfte das endgültige Aus aber nicht mehr abwendbar sein. Der Vorstand der Vapiano SE hat am Dienstag entschieden, beim zuständigen Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit zu stellen. Es werde noch geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe gestellt werden müssen, teilte die deutsche Restaurantkette in einer Aussendung mit.

Am 20. März hatte Vapiano SE einen "dringenden Appell an die deutsche Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise" gerichtet und gehofft, den Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können. "Es konnte keine Lösung für den zuletzt aufgrund der Covid-19 Krise nochmals signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf von insgesamt zusätzlich zirka 36,7 Millionen Euro gefunden werden", teilte das Unternehmen nun am Donnerstag mit. Mangels Einigung über eine Finanzierungslösung könnten auch die in Aussicht stehenden Finanzmittel aus staatlichen Unterstützungsprogrammen nicht beantragt werden.

Schon vor der "Krise" in der Krise

Die Restaurantkette hatte schon vor der Corona-Krise herbe Verluste ausgewiesen, auch eine abgespeckte Menükarte oder neue Bestellterminals brachten nicht die erhoffte Wende. In den ersten drei Quartalen 2019 wies die deutschlandweit einzige börsennotierte Restaurantkette bereits einen Verlust von 46,1 Millionen Euro aus und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor (minus 29,4 Millionen Euro).

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Jahrelang florierte das Geschäft der Kette, doch bei der Expansion übernahm sich das Unternehmen. Viele neue Restaurants wurden zu Verlustbringern. Hinzu kam, dass Konkurrenten wie L'Osteria stärker wurden - diese Kette setzt auf Bedienung am Tisch, bei Vapiano hingegen müssen sich die Gäste das Essen selbst am Tresen bestellen und holen.

Alle durch die Vapiano SE betriebenen Restaurants sind derzeit geschlossen. In Österreich betreibt Vapiano 17 Filialen mit rund 500 Mitarbeitern. (APA, TT.com)


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