So funktioniert die Überstellung von Corona-Patienten in der Luft

Bei der Überstellung von Corona-Patienten in der Luft gelten an sich dieselben Sicherheitsmaßnahmen wie beim Transport in einem Fahrzeug. Das Österreichische Bundesheer hat bisher eine Überstellung durchgeführt, und zwar am vergangenen Samstag.

Ein Bundesheer-Soldat der EUFOR-Mission in Bosnien hat sich mit Covid-19 infiziert und musste nach Österreich geflogen werden.
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Wien – Mittwochabend sind drei französische Corona-Patienten in zwei Hubschraubern von Frankreich bzw. Deutschland nach Salzburg überstellt worden. Im wesentlichen gelten dabei dieselben Sicherheitsmaßnahmen wie beim Transport im Fahrzeug. Eine Überstellung hat bisher auch das Österreichische Bundesheer durchgeführt, und zwar am vergangenen Samstag.

Ein Black Hawk der Luftstreitkräfte transportierte am Samstag einen Soldaten von Sarajevo nach Wien. Der Mann hatte sich bei der EUFOR-Mission in Bosnien mit Covid-19 infiziert. Als er hohes Fieber bekam, entschied sich der Arzt für eine Überstellung nach Österreich. "Er wurde schon völlig abgeschottet - gehüllt in einen luftdichten Plastik-Bag - in den Hubschrauber gebracht", erklärte der Flugkommandant Hubschrauber der Luftstreitkräfte, Hannes Mittermair, im APA-Gespräch. Der Patient habe nicht beatmet werden müssen und sei unter der Hülle mit Luft versorgt worden. Mit an Bord waren eine Ärztin, ein Sanitäter und ein ABC-Spezialist des Bundesheeres, der für die speziellen Hygienemaßnahmen verantwortlich war.

Soldat von Sarajevo nach Wien geflogen

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Keine spezielle Schutzausrüstung für Begleiter

Die Begleiter mussten bei diesem Flug aufgrund der kompletten Abschottung des Patienten keine speziellen Schutzanzüge tragen. Und obwohl das Innere des Helikopters dadurch gar nicht kontaminiert werden konnte, sei dieses danach sicherheitshalber noch desinfiziert worden.

Weitere Anfragen für Überstellungsflüge gibt es laut Mittermair zurzeit nicht, man wolle auch keinesfalls in Konkurrenz zu privaten Anbietern treten, die dies ebenfalls erledigen könnten. Sollten aber Ersuchen einlangen und diese positiv entschieden werden, sei man dazu bereit.

Anders verlief die Überstellung der drei französischen Patienten am Mittwochabend, für die ein französischer Militärhelikopter NH90 und ein deutscher Notarzthubschrauber verwendet wurden. Alle drei Erkrankten waren intubiert und beatmet und nicht durch Schutzhüllen abgeschirmt.

Überstellung eines französischen Corona-Patienten nach Deutschland am Montag.
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Deshalb waren die begleitenden Ärzte und Sanitäter mit Vollkörper-Schutzanzügen bekleidet. Auch die Teams in Salzburg, die die Patienten am Flughafen bzw. im Spital übernahmen und in die Covid-Station des Uniklinikums weitertransportierten, waren mit solchen Anzügen geschützt.

Die Desinfektion der Fluggeräte noch solchen Überstellungen ist laut Mittermair relativ einfach. "Im Prinzip würde eine Seifenlauge reichen, um das Virus zu zerstören." Zum Einsatz käme Alkohol, wichtig sei auch eine richtige Trocknung.

Der Gesundheitszustand der drei Patienten aus Frankreich ist laut dem Leiter des medizinischen Einsatzstabes in Salzburg, Primar Richard Greil, übrigens stabil. "Sie sind nicht sehr schwer zu beatmen und in relativ gutem Zustand", so Greil. Der Arzt betonte nochmals, dass die drei Erkrankten keinem österreichischen Patienten einen Platz wegnehmen würden. "Auch wir bekommen aus vielen Ländern in verschiedenen Bereichen Unterstützung." (APA)


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