Anschober erteilt Lockerungsrufen entschieden Absage

Der Gesundheitsminister betonte am Donnerstagabend in der "ZiB 2", dass es zu früh sei, über eine Lockerung der Maßnahmen zu sprechen. "Wir müssen mit den Zuwächsen noch viel stärker runter", so Anschober.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).
© APA

Wien – Eine entschiedene Absage erteilt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ersten vernehmbaren Rufen nach einer Lockerung der Anti-COVID-19-Maßnahmen. Die Zahlen zeigten zwar in die richtige Richtung, aber wenn man jetzt schon schrittweise "wieder aufmacht, ist das Risiko ganz groß", dass danach die Zahl der Erkrankten und Toten wieder stark steigt, sagte er Donnerstag in der "ZiB 2".

Einer, der den Sinn der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Frage stellte, ist Andreas Sönnichsen, der Leiter der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin an der Meduni Wien. Er nannte es in der Presse "irre, was wir da machen" – der ganze Staat werde lahmgelegt, nur um "die wenigen, die es betreffen könnte, zu schützen", und beklagte auch gegenüber der "ZiB2" den "Kollateralschaden" für Wirtschaft und Gesellschaft.

📽 Video | Anschober in der "ZiB 2"

Dem trat Anschober harsch entgegen: "Es ist verantwortungslos, über Menschenleben so zu sprechen", sagte der Gesundheitsminister. Wenn es darum geht, Menschenleben zu retten, "gibt es keine Wirtschaftsvergleiche". Die klare Priorität in Österreich sei, "das Leben von Zehntausenden Menschen zu retten" – indem man den Kollaps des Gesundheitssystems verhindert, wie man ihn in Italien, Frankreich oder Spanien sehe. Österreich liege zwei Wochen hinter deren Entwicklung - und müsse alles tun, um am eingeschlagenen richtigen Weg zu bleiben.

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"Trend noch nicht wirklich korrigiert"

Derzeit betrage die Replikationsrate noch 1,2 bis 1,3. Also habe man den Trend noch nicht wirklich korrigiert, "wir müssen mit den Zuwächsen noch viel stärker runter", stellte Anschober fest – und appellierte, "jetzt nicht vorschnell aufzugeben". Nur mit der nötigen Ausdauer könne man nämlich auch verhindern, dass die Pandemie in den nächsten ein, zwei Jahren in Wellen immer wiederkommt.

In der – in Wien strittigen – Frage der Öffnung der Bundesgärten erklärte Anschober das Problem der Grünen, die stattdessen ja Fußgänger auf den Straßen spazieren gehen lassen wollen: "Unser Problem sind die kleinen Einlässe", die nötige Distanz könne nicht eingehalten werden, "wenn tausende Menschen durch die ganz kleinen Einlässe durch wollen". (APA)


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