Feiernde Studenten und Probleme beim „Distance Learning"

Mehr Aufwand und Professoren, die ihre Studierenden im Stich lassen, führen dazu, dass 41 Prozent der Studierenden an der Uni Innsbruck eher unzufrieden mit dem „Distance Learning" sind. Das ergab eine Umfrage der Hochschülerschaft. Nicht zufrieden ist auch das Rektorat mit Studierenden, die Corona-Partys feiern.

Kritik von beiden Seiten: Viele Studierende sind mit dem "Distance Learning" unzufrieden. Umgekehrt ermahnt die Universität feiernde Studenten.
© Uni Innsbruck

Innsbruck – Keiner allzu großen Beliebtheit erfreut sich unter den Tiroler Studenten offenbar die Umstellung des Universitätsbetriebs auf Fernlehre. Laut einer Umfrage der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) Innsbruck unter mehr als 3200 Studenten gaben 41 Prozent an, dass eine ausreichende Anpassung „nur vereinzelt" gegeben sei, teilte die ÖH am Freitag in einer Aussendung mit. Gleichzeitig ist auch das Rektorenteam „betrübt" über das Verhalten mancher Studierender, die trotz des Verbots eine Party gefeiert haben.

Aufwand durch Fernlehre für viele größer

Des Weiteren bedeute die Fernlehre aus Sicht der Mehrheit der Studenten einen erheblichen Mehraufwand. Zwei Drittel gaben laut ÖH an, das Gefühl zu haben, mehr Leistung erbringen zu müssen. Lob gab es jedoch für einzelne Lehrende, die gute virtuelle Lehre anbieten. Viele Professoren würden die Studenten aber auch im Stich lassen und sich nicht melden.

Der ÖH-Vorsitzende der Universität Innsbruck, Johann Katzlinger, forderte angesichts der Ergebnisse der Umfrage unter anderem ein „neutrales Semester" für Stipendien, Fristen und Gebühren, eine einheitliche Digitalisierung von Lehrveranstaltungen sowie eine Gewährleistung des Studienfortschrittes. Die ÖH nehme Bundesminister Heinz Faßmann (ÖVP) „beim Wort", wenn er versichere, dass es für Studierende keine Nachteile geben werde. „Unsere Vorschläge suchen nichts anderes, als genau das zu gewährleisten", so Katzlinger.

Corona-Party in Studentenheim: Uni ermahnt Studierende

Während die Fernlehre Kritik an der Uni hervorruft, gibt es auch vonseiten der Universität Kritik an manchen Studierenden: In der Nacht auf den 1. April sprengte die Innsbrucker Polizei eine Corona-Party in einem Innsbrucker Studentenheim. Zwölf Personen wurden wegen Verstoßes gegen die Covid-19-Maßnahmenverordnung angezeigt. (Die Tiroler Tageszeitung Online hat berichtet: Corona-Party in Innsbruck von Polizei beendet)

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Der Vizerektor für Lehre und Studierende appellierte nun stellvertretend für das Rektorenteam in einer E-Mail-Aussendung an die Studierenden, die Verordnungen ernst zu nehmen. Neben Strafen von bis zu 3600 Euro könne ein solcher Vorfall auch Auswirkungen auf den Studienverlauf und die akademische Karriere haben. Letztendlich könnten Studierende deshalb sogar exmatrikuliert werden. Denn österreichische Universitäten hätten die Möglichkeit „Studierende, die eine dauerhafte oder schwer wiegende Gefährdung anderer Universitätsangehöriger oder Dritter im Rahmen des Studiums darstellt oder darstellen, diese durch Bescheid des Rektorats vom Studium auszuschließen", hieß es in der Aussendung. (APA, TT.com)

Auszug aus der E-Mail an die Studierenden

Wir sind äußerst betrübt, von Vorfällen wie diesen zu erfahren und müssen diesen entschieden entgegentreten. Wer in der jetzigen Zeit Partys oder sonstige soziale Zusammenkünfte organisiert bzw. an diesen teilnimmt, bringt nicht nur sich und andere in Gefahr, sondern trägt auch dazu bei, die Studierenden und Universitäten als Ganzes in ein schlechtes Licht zu rücken. Daher appellieren wir eindringlich an Sie, die aktuellen Covid-19 Verordnungen uneingeschränkt einzuhalten, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und gemeinsam die Verbreitung des Coronavirus einzubremsen. Wir zählen auf Sie!


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