Tiroler Polizei informiert: So finden Opfer häuslicher Gewalt Hilfe
Anlässlich der aktuellen Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie informiert die Tiroler Polizei zum Thema häusliche Gewalt und appelliert an Zeugen, nicht wegzuschauen.
Innsbruck – Das Thema häusliche Gewalt bzw. Gewalt an Frauen ist angesichts der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise wieder mehr in den Fokus gerückt. Die räumliche Einengung und fehlende Rückzugsmöglichkeiten könnten vermehrt Aggressionen hervorrufen oder verstärken, erklärte die Tiroler Polizei am Mittwoch in einer Presseaussendung und gab Anweisungen, wie sich Opfer häuslicher Gewalt verhalten sollten.
Die Polizei empfiehlt Opfern häuslicher Gewalt folgende Schritte:
🔸 Nehmen Sie Ihr Mobiltelefon und suchen Sie einen sicheren (versperrbaren) Ort in der Wohnung auf
🔸 Wählen Sie den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112
🔸 Geben Sie zuerst Ihre genaue Adresse (Aufenthaltsort) an
🔸 Machen Sie kurze Angaben über den Vorfall
🔸 Gibt es Verletzte? Wenn ja, wie viele?
🔸 Die Polizei wird Sie so rasch wie möglich aufsuchen und die erforderlichen Maßnahmen treffen
Gewalt in der Privatsphäre habe viele unterschiedliche Erscheinungsformen und komme in allen Altersklassen, Bildungs- und Gesellschaftsschichten vor, betonte die Exekutive. Sie sei auch unabhängig von Nationalität, Religion oder Kultur, hieß es weiter. "Die Polizei wird wie bisher jeder Verständigung von Gewalt in der Privatsphäre sofort nachgehen und die entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Opfer treffen."
Die Polizei betont:
❗ Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt.
❗ Die Verantwortung für Gewalt liegt immer beim Täter.
Zivilcourage kann Leben retten
An Zeugen häuslicher Gewalt richtete die Exekutive einen Appell: "Falls Sie Straftaten beobachten oder Anzeichen davon wahrnehmen: Schauen Sie nicht weg – zeigen Sie Zivilcourage! Melden Sie Hinweise auf Gewalttaten."
Der entscheidende Hinweis sei oftmals nur eine kurze Beobachtung, mahnte die Polizei, und deshalb seien auch geringfügige Anzeichen nicht zu ignorieren. "Bedenken Sie, dass auch Sie einmal Opfer einer Straftat werden könnten und dankbar für Informationen von Zeugen wären." Dadurch könnten oft Taten aufgeklärt oder – "noch wichtiger" – weitere Taten verhindert werden. (TT.com)
Hier finden Sie Hilfe
❗ Im Notfall immer den Notruf wählen: 133 (Polizei) oder 112 (Euronotruf)
📞 Frauenhelpline gegen Gewalt (kostenlos): 0800/222 555
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