WTO rechnet mit "schlimmster Rezession zu Lebzeiten"

Der weltweite Handel könnte aufgrund der Pandemie um bis zu ein Drittel einbrechen, erklärte der Chef der Welthandelsorganisation, Roberto Azevêdo.

WTO-Chef Roberto Azevedo.
© FABRICE COFFRINI

Genf – Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit der "schlimmsten Rezession zu Lebzeiten" weltweit. Das sagte am Mittwoch WTO-Chef Roberto Azevêdo. Der weltweite Handel könnte nach WTO-Prognosen um bis zu ein Drittel einbrechen.

Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet heuer mit einem Absturz des Welthandels infolge der Coronakrise um 13 bis 32 Prozent. Dies sei die Spanne zwischen einem optimistischen und einem pessimistischen Szenario, teilte die WTO in Genf mit.

"Der unvermeidliche Rückgang bei Handel und Produktion wird schmerzhafte Konsequenzen für Haushalte und Unternehmen haben, ganz abgesehen von dem menschlichen Leid, das diese Krankheit verursacht", sagte WTO-Chef Roberto Azevedo.

Schnelle und kräftige Erholung im Idealfall möglich

Entscheidend sei es auch, bereits jetzt die wirtschaftspolitisch richtigen Weichen zu stellen. Im Idealfall sei eine schnelle und kräftige Erholung möglich. "Und wenn die Länder kooperieren, werden wir eine schnellere Erholung erleben, als wenn jedes Land für sich alleine agiert."

Das optimistische Szenario gehe davon aus, dass sich die Wirtschaft nach einem Einbruch bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder erhole, so die WTO. Ein Aufschwung sei umso wahrscheinlicher, je mehr Unternehmer und Verbraucher die Krise als genauso heftigen wie einmaligen Schock ansehen würden. Auf dieser Grundlage würden Investitionen und Konsumausgaben schnell wieder anziehen, sagte Azevedo.

Sollte die Pandemie im laufenden Jahr unter Kontrolle gebracht werden, sei 2021 in den meisten Regionen mit mehr als 20 Prozent Wachstum zu rechnen. Allerdings seien die Unwägbarkeiten generell gewaltig. (APA/AFP)


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