Ronaldinho soll die Kaution mit Geld aus Europa bezahlt haben

1,6 Millionen Dollar (1,47 Millionen Euro) zahlte der Brasilianer laut Medienberichten, damit er und sein Bruder Roberto Assis das Gefängnis in der Hauptstadt Asuncion am Dienstag in den Hausarrest verlassen konnten.

Nach einem Monat in Haft befindet sich Ronaldinho in Hausarrest.
© Nathalia Aguilar via www.imago-images.de

Asuncion - Von einem Konto in Europa soll der ehemalige brasilianische Fußballstar Ronaldinho das Geld genommen haben, das er für die Kaution zur Freilassung aus der Haft in Paraguay verwendete. Dies berichteten brasilianische und argentinische Medien unter Berufung auf den Richter Gustavo Amarilla am Mittwoch.

"Die Herkunft des Geldes und die Form der Überweisung wurden vom Richter gebilligt", zitierte das Portal "UOL" Ronaldinhos Anwalt Sergio Queiroz. "Wenn es irgendeine Rechtswidrigkeit gegeben hätte, wäre die Kaution nicht akzeptiert worden."

Einzige Gäste im Hotel

1,6 Millionen Dollar (1,47 Millionen Euro) zahlte der Ex-Profi des FC Barcelona laut Medienberichten, damit er und sein Bruder Roberto Assis das Gefängnis in der Hauptstadt Asuncion am Dienstag in den Hausarrest verlassen konnten. Als vor zwei Jahren sein Pass eingezogen wurde, weil er eine Strafe von zwei Millionen Euro nicht bezahlt hatte, sollen sich nur noch ein paar Euro auf Ronaldinhos Konto in Brasilien befunden haben.

Mehr als 30 Tage hatten die Brüder wegen der Einreise mit gefälschten Pässen eingesessen. Im "Palmaroga Hotel" im Zentrum von Asuncion mit mehr als 100 Zimmern können sie nun das weitere Verfahren verfolgen. Medienberichten zufolge sollen sie die einzigen Gäste sein. Sie können sich in dem Hotel auch frei bewegen, stehen jedoch unter Bewachung der Polizei und dürfen das Land nicht verlassen.

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"Haben geglaubt, dass die Pässe echt sind"

Die Frage wird sein, ob es Ronaldinhos Anwälten gelingen wird, die Version aufrechtzuerhalten, dass das einzige Vergehen die Verwendung eines gefälschten Passes ist - oder ob er und Roberto in die Machenschaften einer kriminellen Organisation verwickelt sind. "Es ist klar, dass es keine schlechten Absichten gab. Die beiden wurden hinters Licht geführt", zitierte das Portal "GauchaZH" aus Ronaldinhos Geburtsstadt Porto Alegre am Mittwoch Sergio Queiroz.

"Sie haben geglaubt, dass die Pässe echt sind." Der nächste Anhörungstermin stand, auch wegen der Coronavirus-Pandemie, noch nicht fest. Ronaldinho und sein Bruder waren kurz nach der Einreise in Paraguay Anfang März mit falschen Ausweisdokumenten erwischt und festgenommen worden, die ihnen nach eigenen Angaben von Geschäftspartnern geschenkt worden waren.

In dem Nachbarland wollten sie an der Eröffnung eines Casinos und Benefiz-Veranstaltungen teilnehmen sowie Werbung für die Biografie von Ronaldinho machen. Die Staatsanwaltschaft in dem südamerikanischen Land erhob Anklage gegen Ronaldinho und Roberto. Der Fall zog weitreichende Ermittlungen mit zahlreichen Festnahmen nach sich. (APA/dpa)


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