Arbeitnehmer schätzen Home Office, trotzdem viele Existenzängste

Österreichs Arbeitnehmer sind mit der Arbeit im Home Office überwiegend zufrieden. Allerdings fürchtet ein Viertel der Beschäftigten um die eigene Existenz.

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Wien – Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt der Österreicher massiv verändert: Home Office und Kurzarbeit erhalten gute Bewertungen. Allerdings fürchtet ein Viertel der Beschäftigten um die eigene Existenz. Unter Kurzarbeitern, Arbeitslosen und Eltern liegt der Anteil sogar bei 40 Prozent, wie der Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) zeigt. Und: Vier von zehn Beschäftigten wollen mehr Schutz vor Ansteckung.

Zum Zeitpunkt der Erhebung Ende März waren elf Prozent der Befragten in Kurzarbeit. Sieben Prozent waren arbeitslos, die Hälfte davon hatte allerdings die Zusage des Arbeitgebers, später wieder eingestellt zu werden. 40 Prozent arbeiten seit Ausbruch der Corona-Krise ausschließlich oder zumindest teilweise im Home Office. Davor waren 20 Prozent zumindest ab und zu von zu Hause aus tätig gewesen.

Home Office erleichtert Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Knapp zwei Drittel sehen im Home Office Vorteile, die der Betrieb auch nach der Krise nutzen sollte. Frauen (drei Viertel) schätzen die Heimarbeit deutlich mehr als Männer (46 Prozent). Für die Autoren des Arbeitsklima-Index steht damit fest, dass das Home Office die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtere, noch dazu, wo ein knappes Viertel der Eltern klagte, dass es schwer gewesen sei, die Sonderbetreuungszeit freizubekommen.

Die Belastung hat im Home Office allerdings vor allem für Eltern schulpflichtiger Kinder zugenommen. Viele von ihnen würden laut dem Index mehr nachts oder am Wochenende arbeiten. 53 Prozent (im Gegensatz zu 41 Prozent in früheren Erhebungen) klagten über Stress. Beschäftigte ohne Kinder empfinden den Arbeitsalltag im Home Office hingegen weniger belastend als im Büro.

Noch Luft nach oben

Deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigten denkt, dass die in Österreich getroffenen Maßnahmen wie Kurzarbeit oder die Empfehlung zum Home Office genau richtig waren, um Arbeitsplätze zu erhalten. Ein Drittel würde sich noch effektivere Schritte von der Regierung erwarten. Beim Schutz der Beschäftigten vor Ansteckung ist noch Luft nach oben: Knapp die Hälfte ist mit der Situation zufrieden, vier von zehn Arbeitnehmern würden sich mehr Maßnahmen in diese Richtung wünschen.

Für den Österreichischen Arbeitsklima Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, werden jährlich rund 4000 Arbeitnehmer, großteils in persönlichen Interviews, befragt. Seit Ausbruch der Corona-Krise wurden 500 Online-Befragungen durchgeführt. (APA)


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