Anschober: Erste Etappe beendet – „die zweite wird deutlich schwieriger"

Nach dem erfolgreichen Drücken der Infektionszahlen setzt Gesundheitsminister Anschober (Grüne) nun auf eine "gesicherte schrittweise Öffnung" des öffentlichen Lebens und Kontrolle.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz am Freitag.
© HERBERT-PFARRHOFER

Wien – Nachdem der Anstieg an Infektionen mit SARS-CoV-2 deutlich gedrückt werden konnte – aktuell liegen die täglichen Zuwächse im niederen einstelligen Prozentbereich –, hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die erste Etappe im Kampf des Coronavirus für erfolgreich beendet erklärt. "Die zweite Etappe wird deutlich schwieriger", kündigte er Freitagmittag in einer Pressekonferenz an.

📽 Video | Zusammenfassung der Pressekonferenz

Eine "gesicherte schrittweise Öffnung" des öffentlichen Lebens und begleitende Kontrolle sollen verhindern, dass die Covid-19-Erkrankungen wieder in die Höhe schnellen, stellte Anschober klar. Die am Freitag veröffentlichte SORA-Studie, derzufolge es Anfang April zumindest drei Mal mehr Infektionen als behördlich bestätigte Fälle gegeben haben dürfte, habe die Linie der Bundesregierung bestätigt.

"Der einzig richtige Weg"

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wären "der einzig richtige Weg gewesen". Die Studie habe "zu hundert Prozent das gezeigt, was wir erwartet haben", nämlich einen geringen Durchseuchungsgrad der Bevölkerung und eine geringe Anzahl an Immunisierten. Insofern wäre es "verantwortungslos" gewesen, "auf die Herdenimmunität zu setzen", sagte Anschober.

Bis sich die Lage entspanne, könne es "länger dauern", insofern dürfe man nach Ostern "nicht in traditionelles Verhalten zurückfallen". Das Abstandhalten – laut Anschober "das neue Grundgesetz in Österreich" –, das Vermeiden von Ansammlungen, das Tragen von Mund-Nasen-Masken und das singuläre Betreten von Geschäften, wobei im Inneren pro Person 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, müsse konsequent beachtet werden.

Daneben will Anschober "tagtäglich kontrollieren, ob es Bewegung bei den Zahlen gibt". Das manuelle Kontaktpersonen-Management werde "intensiviert", die Rot-Kreuz-App sei "ein zusätzliches Unterstützungsinstrument", meinte der Gesundheitsminister. Sollten sich wieder Infektionsherde bilden, müssten die Cluster "ganz, ganz schnell" erkannt werden.

📽 Video | Die Pressekonferenz in voller Länge

PCR-Tests sollen "massiv" verstärkt werden

"Massiv verstärken" will Anschober die PCR-Tests, und zwar vor allem in Alters- und Pflegeheimen sowie in den Gesundheitsberufen, wozu auch die mobile Pflege zähle, wie er betonte. "In diesem Bereich wird es ein großes Zusatzprogramm an Testungen und Handlungsanleitungen und Schutzmaßnahmen wie in Spitälern geben", erklärte der Minister. Zukünftig sollen auch Hausärzte anordnen dürfen, dass PCR-Tests gemacht werden. Grundsätzlich müssten niedergelassene Ärzte "viel stärker" in Testungen eingebunden werden, bekräftigte der Gesundheitsminister.

Schrittweise sollen nicht lebenswichtige Operationen, die man bisher aufgrund der Corona-Krise zurückgestellt hat, wieder ermöglicht werden. Die Kurhäuser bleiben dagegen bis auf Weiteres geschlossen, die Reha-Einrichtungen, die bei Bedarf für Corona-Patienten zur Verfügung stehen, behalten vorerst weiter diese Funktion. (APA)


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