Coronavirus hält den Tiroler Sportsommer weiter fest im Würgegriff

Steigt das Generali Open, wenn überhaupt, vor Geisterkulisse? Macht die Ö-Tour in Kitzbühel Halt? Kann der Ötztaler Radmarathon stattfinden? Derzeit gibt es mehr Fragen als konkrete Antworten.

Der Ötztaler Radmarathon hat noch Galgenfrist.
© Ötztaler Radmarathon

Von Max Ischia

Innsbruck – Nichts Genaues weiß man nicht. Selbst (Gesundheits-)Experten äußern sich nur vage bis zurückhaltend, was das Sportjahr 2020 noch bringen könnte. Fest steht lediglich, dass es in Österreich – erst einmal – bis 30. Juni keine Sportveranstaltungen vor Publikum geben wird. Dass dieser Rahmen auch auf den Herbst ausgedehnt werden könnte, vermag dieser Tage keiner zu verneinen. Die TT hat sich bei den Veranstaltern von größeren Tiroler Sommer-Events umgehört.

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Generali Open (27. Juli – 1. August): Auch die Tenniswelt steht bis auf Weiteres still und der Turnierkalender der zweiten Jahreshälfte womöglich kopf. Die Spielervereinigung ATP hat die Turnierveranstalter beauftragt, verschiedenste Szenarien durchzuspielen und Machbarkeiten darzulegen. Bis Anfang

Mitte Juni soll mehr Klarheit herrschen. Auch für Österreichs größtes Sandplatzturnier in Kitzbühel. „Stand heute gehen wir davon aus, dass das Turnier am 27. Juli beginnt“, sagt Turnierdirektor Alexander Antonitsch. Auf die Frage, ob das Generali Open auch vor Geisterkulisse eine Option sei, antwortet er ausweichend: „Wir prüfen in allen Bereichen sämtliche Möglichkeiten, aber es wird eh schon viel zu viel spekuliert“, sagt er und rückt Relationen gerade: „Wir kämpfen um unser Turnier, aber es ist uns auch klar, dass anderswo um Menschenleben gekämpft wird.“

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Dreiländer-Giro: Schweren Herzens, wie es auf der Veranstaltungs-Homepage heißt, wurde der für 28. Juni angesetzte Traditionsevent abgesagt. Ersatzlos. Auch, weil man sich solidarisch mit Organisatoren von Spätsommer- und Herbstveranstaltungen zeigen wolle. Aber auch, weil es keine Garantien gebe für die ohnedies aufgrund der Dreiländer­situation komplizierten behördlichen Genehmigungen.

KitzAlpBike-Festival: Noch am Mittwoch tickte auf der Homepage der Veranstaltungs-Countdown, doch seit gestern ist die Uhr für das 25-Jahr-Jubiläum endgültig abgelaufen. Das für 20. bis 27. Juni angesetzte Mountainbikefestival im Brixental steht unmittelbar vor der Absage, wie auch OK-Chef und TVB-Geschäftsführer Max Salcher bestätigt: „Nach der Absage des Cordial Cups (großes internationales Fußballnachwuchsturnier, Anm.) trifft es uns ein zweites Mal. 300 Freiwillige und 30 Vereine im Bezirk haben tolle Vorbereitungsarbeit geleistet, aber es wollte einfach nicht sein.“

Die Durchführung der Ö-Tour steht in den Sternen.
© gepa/Pranter

Österreich-Radrundfahrt: Fix ist nur, dass die Ö-Tour nicht wie geplant am 27. Juni beginnen kann und demnach auch nicht am 3. Juli am Kitzbüheler Horn enden wird. Ob und wann der rot-weiß-rote Rundfahrtsklassiker in Szene geht, darüber will der Österreichische Radsportverband am 17. April entscheiden.

Absagenflut im Triathlon: Es hätte ein großes Jahr für den Tiroler Triathlonverband werden sollen. Doch die Multisport-EM in Walchsee musste ebenso abgesagt werden wie der Junioren-Europacup in Kitzbühel, die Cross-Triathlon-ÖM in Innsbruck und der seit 35 Jahren stattfindende Kirchbichl-Triathlon. Auch der ASVÖ-Euregio-Nachwuchszug ist auf unbestimmt­e Zeit gestoppt.

Ötztaler Radmarathon (30. August): Das Einzige, was dieser Tage fix ist: Auch die 40. Auflage des „Ötztalers“ ist seit Monaten ausverkauft. „Ansonsten“, versichert OK-Chef Dominic Kuen, „müssen wir die Entwicklungen und behördlichen Beschlüsse abwarten.“ Falls es zu einer Absage kommen sollte, wird das Nenngeld zurückerstattet oder ein Startplatz für 2021 angeboten. Bis Ende Mai, so Kuen, müsse man Klarheit besitzen. „Wir brauchen für die Durchführung auch eine offene Grenze.“

Der Kirchberg-Triathlon fällt ins Wasser.
© Bildagentur Muehlanger

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