Stöger bezweifelt, ob Krise eine „gesunde Watschn" für alle ist

Austrias Sportvorstand Peter Stöger sieht Ungemach auf die Bundesliga zukommen, sollte die Saison nicht auf sportlicher Ebene fertiggespielt werden können.

Sieht Ungemach auf den Bundesliga-Fußball zukommen: Austria-Vorstand Peter Stöger.
© ROBERT JAEGER

Wien – Austria-Wien-Sportvorstand Peter Stöger hofft auf die baldige Fortsetzung der Bundesliga mit Geisterspielen. Sollte sich die Lage wegen der Corona-Krise in den nächsten Monaten nicht bessern, sieht er den Profibetrieb in der bisherigen Form gefährdet, wie Stöger im Interview mit dem Kurier sagte.

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"Wir wollen die Liga auf sportlicher Ebene fertigspielen, zu Rahmenbedingungen, die die Politik vorgibt", meinte Stöger. Anderenfalls drohe mittelfristig Ungemach. "Wenn Spiele nicht möglich sind, dann können wir es nicht ändern. Aber wir Vereine müssen mit Spielen ohne Publikum dafür sorgen, dass es künftig Strukturen in dieser Art noch gibt. Das ist unsere Verpflichtung. Denn wenn sich die Lage in den nächsten Monaten nicht ändert, wird es den Profibetrieb so nicht mehr geben. Geisterspiele wären ein Schritt in Richtung Normalität", so der seit Samstag 54-jährige Ex-Profi.

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Wichtige Budgetposten schwer kalkulierbar

Aufgrund der sich schnelle verändernden Lage sei es derzeit besonders schwierig, langfristig zu planen. "Was wir heute besprechen, kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Soviel zur Planbarkeit". Bezüglich der wirtschaftlichen Momentansituation habe sein Club gut reagiert, wichtige Budgetposten seien aber natürlich schwer kalkulierbar. "Das oberste Gebot ist, die Liquidität zu sichern. Da haben wir früh reagiert und gehandelt. Die Solidarität im Verein war vorhanden. Wir müssen versuchen, die Verluste zu reduzieren, weil wir ja keine Einnahmen parallel haben. Alle bewegen sich in diesem Bereich. Die Auswirkungen sind nicht kalkulierbar, man kann nicht abschätzen, was mit den einzelnen Sponsoren passieren wird. Viele sind momentan solidarisch, aber können sie es zukünftig auch noch sein?"

Sicher sei hingegen, dass sich der Fußball stark verändern werde. "In der nahen Zukunft wird vieles anders sein als sonst. Dann, wenn wieder die Normalität einkehrt, kann alles geschehen. Bislang war der größte Einschnitt im Fußball in Sachen Gehälter immer noch das Bosman-Urteil - und keine Krise", sagte Stöger, der bezweifelt, dass es für alle gut ausgehen wird. "Ich bin mir nicht sicher, ob es für viele eine Chance danach gibt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Watschn für alle gesund ist." (APA)


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