Regierung macht Weg für Bundesliga frei, Sportstätten öffnen ab 1. Mai

„So viel wie möglich zulassen, so wenig wie nötig einschränken", sagte Vizekanzler und Sportminister Kogler im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch zum Thema Breiten- und Spitzensport. Wie die Regelungen im Detail aussehen, müssten die jeweiligen Fachverbände ausarbeiten.

Vizekanzler Werner Kogler appelliert an den Hausverstand der Spitzen- und Hobbysportler.
© ROLAND SCHLAGER

Wien – Die nächsten Lockerungen der Corona-Maßnahmen betreffen den Sport. Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler gab am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekannt, dass verschiedene Sportstätten ab 1. Mai für den Breitensport wieder geöffnet werden sollen. Als Beispiele nannte er Leichtathletik-Anlagen, Tennisplätze, Golfplätze sowie Pferdesport- und Schießanlagen. Freibäder sind von dieser Regelung definitiv ausgeschlossen.

📽 Video | Sportminister Kogler kündigt Lockerungen an

"So viel wie möglich zulassen, so wenig wie nötig einschränken", sagte Kogler und appellierte an den "Hausverstand", den jeder bei der Sport-Ausübung einschalten solle. Aus gesundheitspolitischen Gründen würden Sportarten mit geringerem Körperkontakt gegenüber Mannschafts- und Kampfsportarten bevorzugt. Die Corona-Abstandsregeln müssen weiter eingehalten werden. Bei Risikosportarten mahnte er Zurückhaltung an.

Mehr Klarheit dürften die entsprechenden Verordnungen des Gesundheitsministeriums bringen, die in Vorbereitung seien. Die Fachverbände seien aufgefordert, spezielle Empfehlungen abzugeben.

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Sonderregelungen für Spitzensportler und Profi-Fußball

Ermöglicht werden sollen vorerst nur Outdoor-Aktivitäten, keine in der Halle. Ausgenommen davon sind Spitzensportler, die in Räumlichkeiten von zumindest 20 Quadratmetern trainieren. Die Sonderregelung trifft laut Kogler auf etwa 600 Personen zu, die ihren überwiegenden Lebensunterhalt durch den Sport bestreiten würden. Darin inbegriffen sind etwa Olympia- und Förderkader des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), darunter 300 Heeres- und 60 Polizeisportler sowie rund 150 Athleten des ÖSV.

Fahrplan für den Sport: Das Wichtigste von der Presskonferenz

  • Verschiedene Sportstätten ab 1. Mai für den Breitensport wieder geöffnet, Freibäder definitiv nicht.
  • Corona-Abstandsregeln müssen weiter eingehalten werden.
  • Spitzensportler dürfen unter gewissen Umständen auch Indoor trainieren.
  • Die zwölf Fußball-Bundesligisten und Cupfinalist Lustenau dürfen wieder in Kleingruppen trainieren.
  • Spiele ohne Zuschauer sind denkbar, wenn zuvor Spieler und Betreuer auf Corona getestet werden; Bundesliga müsste Tests bezahlen und besorgen.

Für Fußball-Spitzenclubs ist bereits kommende Woche wieder Training erlaubt. Damit sind die Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Bundesliga gegeben.

Die zwölf Clubs der obersten Liga sowie Cup-Finalist Austria Lustenau (2. Liga) dürfen in Kleingruppen von bis zu sechs Spielern das Mannschaftstraining bestreiten. "Wir als Bundesregierung wollen das ermöglichen, wir wollen nicht im Wege stehen", sagte Kogler. Die Liga müsste sich allerdings um die Einhaltung aller geltenden Regeln sowie selbst um die notwendigen Covid-19-Tests kümmern und diese auch finanzieren, so Kogler.

Weiterhin keine Zuschauer erlaubt

In puncto Veranstaltungen mit Publikum wollte Kogler "gar keine großen Hoffnungen wecken". Es werde in den nächsten Monaten "mit der Zusammenkunft von Menschen auf engem Raum" schwierig werden - "aber auch da gibt es Überlegungen, wie wir das handeln könnten". Vorstellen könne er sich etwa ein Formel-1-"Geisterrennen" im Juli in Spielberg. Er sei dazu ständig Kontakt mit dem steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. Das Problem dürften die Ein- und Ausreisebestimmungen werden, deutete er an.


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