„Arbeit statt Almosen": Österreichische Autorinnen starten Crowdfunding-Projekt

Eine Gruppe von 20 österreichischen Autorinnen wendet sich in der gegenwärtigen Situation bewusst an ihre Leser. Als Gegenleistung für ihre Unterstützung bekommen diese Geschichten von der Zeit nach der Krise.

Die Unterstützung funktioniert in Form einer Vorbestellung des Buches oder als solidarischer Beitrag.
© Screenshot/LiteraturGoesCrowdfunding

Innsbruck – Die Leipziger Buchmesse wurde bekanntlich abgesagt, Lesungen storniert oder mit wenig bis keinem Honorar in den virtuellen Raum verlegt und viele weitere für den Sommer geplante Programme und Festivals gestrichen: Die literarische Landschaft in Österreich befindet sich in einer Schockstarre. Staatliche Hilfen sind vielen Autoren nicht zugänglich, und allein vom Buchverkauf zu leben, ist fast allen unmöglich.

Auf diesen harten Schlag haben die Innviertler Autorin und Literaturwissenschaftlerin Marlen Schachinger und ihr Partner Robert Gampus von buchsucht.at nun reagiert – und die Initiative „Arbeit statt Almosen" gegründet.

📽 Video | Schachinger und Gampus über das Projekt:

„Solidarisches Handeln ist in der gegenwärtigen Ohnmacht das gesellschaftlich Relevanteste. Weil wir AutorInnen aber auch nicht auf Almosen angewiesen sein wollen, schenken wir unseren LeserInnen Geschichten für ihre Unterstützung", erklären die beiden das Crowdfunding-Projekt, an dem neben Schachinger noch weitere 19 Autorinnen teilnehmen. Unter anderem sind auch die Tirolerinnen Siljarosa Schletterer und Rebecca Heinrich beteiligt.

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Um ein Leben nach der Krise zu gewährleisten, wollen diese 20 Autorinnen in Geschichten von der Zeit nach der Krise erzählen. Auch, weil am Ende von Corona „nur eine von vielen Krisen bewältigt" sein wird: „Wir pendeln von Pay- und Gender-Gap zum Klima, nehmen Altersarmut ins Visier und suchen Alternativen in der Beziehungskrise, verlieren den Kopf bei Shoppingwahn oder begegnen anderen, die uns in die Krise bringen, um uns dadurch zu einzigartigen, ernsten, komischen und absurden Geschichten zu inspirieren", erläutert Schachinger.

Die Unterstützung funktioniert in Form einer Vorbestellung des Buches oder als solidarischer Beitrag für die Berufsgruppe. Mindestbeitrag sind fünf Euro. (anl)


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