Soldat von Hunden getötet: Gutachterin aus Deutschland bestellt

Eine Sachverständige aus Deutschland soll nun klären, ob im Fall einer tödlichen Hundeattacke auf einen Soldaten Fehler bei der Verwahrung und Betreuung der Tiere vorlagen. Der Kreis der Verdächtigen blieb bisher unverändert.

Die Tragödie ereignete sich in der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt.
© APA/Jaeger

Wiener Neustadt – Im Fall der tödlichen Hundeattacke auf einen 31-jährigen Soldaten in der Wiener Neustädter Flugfeld-Kaserne im November wird nun eine Gutachterin aus Deutschland herangezogen. Die Sachverständige für Hundewesen soll klären, ob bei der Verwahrung und Betreuung der Tiere Nachlässigkeiten vorlagen, bestätigte Erich Habitzl von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt am Donnerstag einen Bericht vom Kurier.

Gutachterin kommt aus Deutschland

Die Bestellung der Expertin aus dem Nachbarland sei deshalb nötig geworden, weil sämtliche in Österreich gemeldete Gutachter eine Nähe zum Militärhundewesen aufweisen würden. Der Auftrag an die Sachverständige in Deutschland sein nun "im Zuge eines Rechtshilfeersuchens" erteilt worden, sagte der Behördensprecher.

Am Personenkreis, gegen den in der Causa ermittelt wird, änderte sich Habitzl zufolge indes nichts. Als verdächtig galten der für die Tiere zuständige Hundeführer und "Verantwortliche des Bundesheers, die nicht konkret ausgeforscht sind". Im Raum stand weiter der Verdacht der grob fahrlässigen Tötung sowie der Gefährdung der körperlichen Sicherheit.

Soldat betreute fünf Hunde

Der Soldat wurde am 14. November des Vorjahres kurz vor 2 Uhr tot aufgefunden. Der Oberwachtmeister des Jagdkommandos aus dem Bezirk Mödling war unter anderem für Auslauf und Fütterung der Tiere zuständig gewesen. Er war am Vortag gegen 16 Uhr zur Zwingeranlage aufgebrochen, um fünf Hunde in der Kaserne zu betreuen.

In der Nacht bemerkte der diensthabende Offizier dann die zwei freilaufenden Malinois. Der Offizier weckte einen Hundeführer auf, der die beiden Tiere wieder einsperrte und den leblosen Kollegen vor dem Zwinger fand.

„Schwere Konfliktsituation" zwischen Soldat und Hund

Bei dem als verdächtig geltenden Hundeführer handelt es sich um den Besitzer der beiden in den Fall involvierten Tiere. Weil er sich am 13. November bei einer Übung befand, brachte er die beiden Hunde namens „Hati“ und „Ragna“ im Zwinger der Wiener Neustädter Kaserne unter. Nicht seitens des Bundesheeres gedeckt war jedenfalls das Einstellen von „Ragna“, der wegen seines Vorverhaltens als Diensthund ausgeschlossen worden war und fortan als Privathund galt.

Bei einer DNA-Untersuchung fand man Bissspuren von „Hati“ und „Ragna“ am Körper des 31-Jährigen. Der im Dezember an die Staatsanwaltschaft übermittelte Untersuchungsbericht des Bundesheeres kam zum Ergebnis, dass eine „schwere Konfliktsituation“ zwischen dem Getöteten und dem Malinois „Hati“ vorgelegen habe. Zur Rolle des zweiten, jüngeren Hundes „Ragna“ könnten keine Angaben gemacht werden.

Beide an dem tödlichen Vorfall beteiligten Tiere befanden sich am Donnerstag „unverändert in Quarantäne“, sagte Bundesheersprecher Michael Bauer zur APA. Das weitere Schicksal der Hunde werde erst nach Abschluss der Ermittlungen geklärt. Im Fall von „Hati“ liege die Entscheidung beim Heer, bei Privathund „Ragna“ dem Besitzer. (APA)


Schlagworte