Corona-Krise ruft Betrüger auf den Plan: AK Tirol warnt vor Gefahren im Netz

Abermals warnt die Arbeiterkammer vor Betrügern, die sich Sorgen und Ängste zunutze machen – etwa durch Fake-Shops, unseriöse Job-Angebote oder Bankdaten-Phishing. Die Konsumentenschützer geben Tipps zur Vermeidung des teuren Ärgers.

Symbolbild.
© HELMUT FOHRINGER

Innsbruck – Die Corona-Krise bringt für viele Menschen Sorgen und Ängste mit sich. Genau das machen sich Internet-Betrüger zunutze, warnt am Donnerstag erneut die Arbeiterkammer Tirol. Jeder zweite Konsument in Österreich ist demnach bereits einmal Opfer von Gaunern im Netz geworden. Um teuren Ärger zu vermeiden, geben die AK-Experten folgende Tipps:

🛍️ Fake-Shops: Kaufen Sie nur bei Firmen im Netz, mit denen Sie bereits gute Erfahrungen sammeln konnten. Leisten Sie keine Vorauszahlungen. Besonders bei Angeboten von Mangelgütern wie derzeit Schutzmasken, Desinfektionsmitteln, Trockenhefe u. a. ist ein gesundes Misstrauen angesagt. Hier wird oft auch mit der Angst der Menschen gespielt und es werden vielfach erhöhte Preise verlangt. Vergleichen Sie und lassen Sie die Finger von solchen Angeboten.

💳 Bankdaten-Phishing: Es kursieren gefälschte E-Mails, angeblich von Banken, in denen zur Umstellung von SMS-Tan auf Push-Tan aufgefordert wird. Ein Link soll angeklickt und eine App installiert werden. Finger weg! Es geht nur darum, an Ihre Bankdaten zu kommen, um später Ihr Konto leer zu räumen. Melden Sie solche E-Mails umgehend Ihrer Bank.

💶 Fake-Kreditangebote: Viele Menschen plagen jetzt Geldsorgen. Das nützen Betrüger aus und bieten scheinbar Kredite zu traumhaften Konditionen. Achtung: Sie bekommen hier kein Geld, sondern sollen sogar zahlen. Wenden Sie sich bei Geldproblemen an ihre Hausbank (z. B. wegen Stundung der Kreditraten aufgrund Corona-bedingter Einkommensverluste) und an die eingerichteten Härtefonds von Land und Bund.

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❗ Betrug mit Corona-Unterstützung: Besonders perfide ist eine Betrugsmasche, die jetzt neu aufpoppt. Dabei wird mit der Vermittlung von öffentlichen Unterstützungszahlungen geworben. So kursieren etwa gefälschte E-Mails – angeblich von „Sebastian Kurz“ und mit dem Foto des Bundeskanzlers. Es werden „Auszahlungen innerhalb von 72 Stunden“ versprochen. Laut „Watchlist Internet“ führen die entsprechenden Links zu einer Trading-Plattform und zu höchst riskanten Bitcoin-Investments.

📝 Unseriöse Job-Angebote: Gerade jetzt sind viele Menschen auf der Suche nach Arbeit, um das Einkommen aufzubessern. Aber Vorsicht bei Job-Angeboten, die zu märchenhaft klingen (wenig arbeiten – viel Geld), oder bei denen für (Online-)Kurse zuerst bezahlt werden muss: Oft wird hier nur Geld aus der Tasche gezogen.

💬 Opfer werden wieder kontaktiert: Konsumenten, die einst auf Werbeversprechen von Online-Trading-Plattformen hereingefallen sind und dabei Geld verloren haben, werden derzeit verstärkt kontaktiert. Diesmal soll angeblich ein Gewinn im Depot liegen. Ziehen Sie Ihre Lehren aus der Abzocke und antworten Sie erst gar nicht.

📈 Angebliche Gewinne: Jeder bekommt gerne etwas geschenkt, aber das passiert leider selten. Selbst bei Gewinnspielen muss man zumindest selbst konkret mitgespielt haben. Deshalb Vorsicht, wenn man sich gar nicht mehr genau erinnern kann. Derzeit kursieren Gewinnverständigungen per E-Mail oder SMS, bei denen „lediglich“ Transportkosten für die Lieferung des Gewinns anfallen würden: 1 oder 2 Euro. Dafür soll die Nummer der Kredit- oder der Debitkarte übermittelt werden. Finger weg – hier wollen die Beträger nur weitaus höhere Geldbeträge abbuchen.

🚫 Verkaufsportale – gefährlicher Dreiecksbetrug: Wer aktuell Gegenstände über priavte Verkaufsportale verkaufen möchte, sollte vorsichtig sein. Der aktuell grassierende „Dreiecksbetrug“ funktioniert so: Für die angebotene Ware meldet sich ein Interessent. Der Verkauf wird vereinbart. Der falsche Käufer annonciert den Kaufgegenstand sofort (vor Bezahlung) auf einer anderen Plattform. Findet er ein zweites Opfer, gibt er diesem die Kontonummer des eigentlichen Verkäufers. Opfer 2 überweist den Betrag. Der Verkäufer (Opfer 1) versendet die Ware an den Betrüger. Zwar hat der Verkäufer zunächst sein Geld, aber der ehrliche Käufer bekommt keine Ware und erstattet später Anzeige gegen den Verkäufer und will sein Geld zurück. (TT.com)

Hilfe der AK-Konsumentenschützer

Die AK Konsumentenschutz-Experten beraten und helfen unter Tel. 0800/22 55 22 – 1818 und per E-Mail konsument@ak-tirol.com.


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