Corona-Krise bedroht die Existenz tausender Prostituierter

Auch einer umstrittenen Branche setzt das Coronavirus schwer zu. Tausende Sexarbeiterinnen stehen in Österreich vor dem Nichts. In Wien gibt es nun einen Spendenaufruf.

(Symbolbild)
© APA/HELMUT FOHRINGER

Wien – Rund 3000 registrierte Sexarbeiterinnen – und wohl tausende illegale Prostituierte stellt das Corona-Virus vor den Ruin. Denn aktuell muss auch das Geschäft mit dem Sex eine Zwangspause einlegen. Viele der Betroffenen sind nicht versichert und stehen damit vor einem großen finanziellen Problem. Denn damit greift auch der Härtefallfonds der Regierung nicht.

Viele kämpfen ums Überleben

Seit 16. März sind Bordelle in Österreich zu, jede Art der Prostitution ist seither Corona-bedingt untersagt. So ist nun etwa der Straßenstrich in Wien-Liesing komplett leergefegt. Das Geschäft spiele sich vermehrt in Privatwohnungen ab. Doch die Polizei ist dem auf der Spur. Strafen bis zu 3600 Euro sind die Folge bei einem Verstoß gegen die Covid-19-Verordnung. Dem Administrator des Forums sexworker.at Christian Knappik zufolge stellt das viele Sexarbeiterinnen vor den Überlebenskampf, denn der Notfallfonds greife nur bei einigen. Viele würden trotzdem arbeiten – und die möglichen Strafen in Kauf nehmen. Ende April werde die Regierung auch die Situation dieses Gewerbes evaluieren.

„Die Problemlagen reichen von gleichzeitiger Erwerbs- und Wohnungslosigkeit bis zur verzweifelten Mutter, die nicht mehr zu ihren kleinen Kindern nach Rumänien reisen kann", sagt Eva van Rahden von der Beratungsstelle Sophie für Sexarbeiterinnen. Eine Herausforderung sei häufig auch die Sprachbarrierre. "Meine Mitarbeiterinnen leisten wo sie können die beste Unterstützung, wichtig ist die muttersprachliche Informationsweitergabe aber auch ganz konkrete Hilfe mit Lebensmittel und Hygieneartikel, dafür brauchen wir Spenden“, so van Rahden. Die Volkshilfe Wien und SPÖ Wien Frauen riefen deshalb zu einer Spendenaktion auf.

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(TT.com)


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