Über 1000 Tiroler reden mit dem Roboter: Chatbot für lokale Shops

Corona birgt Chancen für neue Technologien, das zeigt eine Innsbrucker Digital Agentur mit ihrem Chatbot „Um's Eck in Tirol”.

Im Chatbot „Um's Eck in Tirol" kann man nach Angeboten und heimischen Online-Shops fragen und erhält personalisierte Antworten von einem Computerprogramm.
© Uwe Pfefferkorn

Von Vanessa Grill

Innsbruck – Wie digitale Schwammerln sprießen im Internet derzeit Plattformen mit einem gemeinsamen Ziel: Lokale Unternehmen sollen in Corona-Zeiten sichtbar gemacht und damit unterstützt werden. Einen anderen Weg als die meisten Internetseiten oder Plattformen dieser Art wählte die Tiroler Digital Agentur MAWEO – sie entwickelte einen Chatbot. Über 1000 Abonnenten aus Tirol reden mit dem kleinen digitalen Helfer und stellen Fragen wie: „Wer stellt Schutzmasken her?", „Wer liefert Eier nach Hause?" oder „Welcher heimische Online-Shop hat Bekleidung?" Der Chatbot kennt bereits über 1000 Tiroler Unternehmen und informiert gezielt über diese.

Computerprogramm, das auf Fragen antwortet

Aber was ist ein Chatbot und was macht er? Ein Chatterbot, Chatbot oder kurz Bot ist ein textbasiertes digitales Dialogsystem – ein Computerprogramm also, das es Internet-Nutzern ermöglicht, mit diesem Bot zu reden. Ähnlich wie bei einem geschriebenen Gespräch mit Freunden über WhatsApp oder Facebook-Messenger antwortet hier aber ein Computerprogramm auf Fragen.

Im Fall des Tiroler Chatbots mit dem Titel „Um's Eck in Tirol" sucht man nicht nach Onlineshops oder Läden in Tirol, sondern fragt einfach danach. Und zwar ganz intuitiv im Facebook Messenger. Der Messenger-Bot wurde von den Innsbruckern so programmiert, dass er Onlineshops und auch Läden einfach auf Anfrage ausgibt. Gesucht werden kann hier nach Postleitzahl, Rubrik, Thema, Shop-Namen oder Produkt. Anbieter können ihre Produkte unkompliziert online eintragen, Interessierte sich informieren und kaufen.

„Nach dem Shutdown in Tirol war schnell klar, dass das Internet als Kommunikations-Kanal nun eine große Rolle spielen wird. Und auch, dass vielen unserer Firmenkunden eine schwierige Zeit bevorsteht”, erklären die beiden MAWEO-Geschäftsführer Uwe Pfefferkorn und Markus Kristandl die Motivation für die Programmierung des Chatbots. In wenigen Tagen hat das Team den Bot programmiert und über 1000 Tiroler Betriebe eingesammelt.

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Art der Kommunikation ist intuitiv

Inzwischen tummeln sich bereits rund 1000 Tiroler Abonnenten im Bot und informieren sich über Angebote aus Tirol. „Durch die Krise nutzen viele Tiroler das Internet intensiver und sind bereit Neues zu probieren. Daher war für uns klar, wir wollen Neues bieten”, erklärt Pfefferkorn. „Schon vor der Krise haben alle die meiste Online-Zeit in Messenger-Diensten verbracht. Viele sind WhatsApp, Facebook-Messenger, Signal und ähnliche Dienste gewohnt. Dass kein Mensch, sondern ein Roboter oder eben Bot antwortet, ist für viele hingegen neu und ungewohnt.” Die Art der Kommunikation sei hingegen so intuitiv, dass nahezu alle Besucher den Bot ohne Probleme bedienen. „Vielen machen die Unterhaltungen sogar richtig Spaß.”

Macht der Chat Feierabend?

Die Vorteile der Bots liegen für Pfefferkorn dabei klar auf der Hand. „Was sie gelernt haben, vergessen sie nicht, sie arbeiten 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche." Und sie sind zu jedem und immer freundlich. So freundlich, dass einige der Tiroler Abonnenten vergessen haben, dass es sich um einen Bot handelt und fragen, wann das Gegenüber im Chat denn heute Feierabend hat.


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