Kaltfront lässt den Frühsommer am Wochenende erschaudern

Die bisherigen Hochs fangen an zu schwächeln und die Schauer- und Gewitterneigung nimmt vor allem am Sonntag zu. Gegen Mitte der neuen Woche erreichen wir in Tirol aber wieder die 20-Grad-Marke.

Am Wochenende ziehen Wolken übers Land wie hier auf der Schrofenalm im Tuxertal.
© TT-Leser Reinhard Troger

Innsbruck – Die Wetterprognose für die kommenden Tage macht dem April wieder alle Ehre: Musste man sich vergangenes Wochenende noch vor Sonnenbrand in Acht nehmen, wird man an diesem auch kurzzeitig ins Frösteln geraten. Die bisherigen Hochs fangen an zu schwächeln und die Schauer- und Gewitterneigung nimmt zu. Dazu erfasst die Kaltfront eines Tiefs über Russland am Sonntag Österreich und leitet besonders im Osten eine kühle Wetterphase ein.

Schon am Samstag scheint laut Experten der Österreichischen Unwetterzentrale nur mehr zeitweise die Sonne und dichte Wolken ziehen durch. Ab Mittag bilden sich bevorzugt im Berg- und Hügelland Schauer und auch kurze Gewitter. Zumindest die Temperaturen bleiben mit 19 bis 25 Grad aber frühsommerlich warm.

Nur im Tiroler Oberland am Wochenende trocken

Der Sonntag beginnt im Norden und Osten Österreichs dann bereits regnerisch, während von Vorarlberg bis Kärnten noch oft die Sonne scheint und es nochmals warm wird. „Gerade hier sind dann am Nachmittag aber kräftige Regenschauer und wiederum ein paar Gewitter zu erwarten“, erklärt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Trocken bleibt es nur mehr im Tiroler Oberland und in Vorarlberg.“ Die Temperaturen erreichen am Sonntag noch 12 bis 24 Grad.

Schon ist das Wochenende vorbei, zieht aber auch die Kaltfront wieder vorüber: In der neuen Woche baut sich laut Ubimet-Experten wieder ein stabiles Skandinavienhoch auf. An seiner Ostflanke schickt „Odilo" allerdings noch kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Dabei baut sich ein starkes Temperaturgefälle zwischen West- und Ostösterreich auf.

Gerade im Westen Österreichs, also auch über Tirol liegen dann noch die Reste der Kaltfront in der Luft. Es halten sich viele Wolken und lokal gehen Regenschauer nieder. Im übrigen Land scheint hingegen die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. „An der Südflanke von ,Odilo' fließt trockene und kühle Festlandluft in die Osthälfte Österreichs ein“, so Spatzierer. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Temperaturen, von Ost nach West werden 10 bis 21 Grad erreicht.

© UBIMET

Zur Wochenmitte über 20 Grad, weiter Waldbrandgefahr

Die Folgetage der neuen Woche verlaufen dann überall sonnig, allerdings herrschen weiterhin große Temperaturkontraste: Während in der Osthälfte Österreichs die Temperaturen nicht über 10 bis 16 Grad hinauskommen, steigen die Temperaturen in Tirol und Vorarlberg täglich über die 20-Grad-Marke. „Dazu weht in vielen Regionen unangenehm lebhafter bis kräftiger Ost- bis Nordostwind, mit dem sich die Luft deutlich kühler anfühlt“, sagt Spatzierer.

Durch die wieder sonnigeren Tage und den nur kurz ausfallenden Regen am Wochenende wird die vorherrschende Trockenheit kaum gelindert. Die stabile Hochdruckwetterlage in der neuen Woche verhindert außerdem weiter jeglichen Regen. Somit bleibt die Waldbrandgefahr sehr hoch. Löscharbeiten könnten durch den kräftigen Ostwind außerdem noch erschwert werden. Eine grundlegende Wetteränderung zu einem nasseren Wetterabschnitt ist laut Spatzierer frühesten ab dem letzten Aprilwochenende zu erwarten. (TT.com)


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