Schloss Landeck: Sorge um altes Wahrzeichen

Ab Mai rückt der Sprengmeister für die Landecker Schlossgalerie an. Der „Schlossherr“ hat ein wachsames Auge, damit das Wahrzeichen nicht beschädigt wird.

Das Schloss Landeck wurde auf Fels gebaut. Dieses Mal ist das vielleicht ein Nachteil.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – Auch wenn es die „Kanoniere“ diesmal nicht auf die Erstürmung der Festung abgesehen haben. „Schlossherr“ Christian Rudig hat derzeit trotzdem ein sorgenvolles Auge auf die „Belagerer“. Unterhalb „seiner Burganlage wird nämlich ab 11. Mai scharf geschossen. Das hat alten Mauern noch nie gutgetan – historisch betrachtet. Für den Bau der neuen Landecker Schlossgalerie rückt man dem Fels oberhalb der L76 mit harten Bandagen auf den Leib. Für die Steinschlagverbauung zwischen der Stadtausfahrt und der Fließer Au wird gesprengt.

Rudig ist Obmann des Bezirksmuseumsvereins mit Sitz im Schloss. Dieses gibt der Galerie immerhin auch ihren Namen. „Wir sitzen nicht grad auf Nadeln, aber wir sind darauf bedacht, dass nichts passiert“, betont er.

„Beim Bau der ersten Röhre des Perjentunnels ist damals ein Trumm von der Ruine Schrofenstein heruntergefallen“, erinnert er. Eine Wiederholung möchte man freilich nicht. Wunsch sei, vorher eine Bestandsaufnahme zu machen, um etwaige Schäden zu dokumentieren – man werde sich ab kommender Woche speziell darum kümmern. Seitens des Bundesdenkmalamts sei man – was das Schloss betrifft – jedenfalls nicht eingebunden, heißt es dort auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Derzeit sei auch keine spezielle Beweissicherung vorgesehen, erklärt Robert Zach von der zuständigen Abteilung des Landes. Man werde aber ein Auge auf das Thema haben. Gleichzeitig beruhigt er, was die Sorgen anbelangt, und glaubt jedenfalls nicht, dass es zu Schäden kommt. „Die Sprengarbeiten finden 200 bis 300 Meter entfernt statt, über die Erschütterung sollte nichts passieren“, betont er. „Es macht einen Unterschied, ob ich zwei bis drei Meter hineinbohre und sprenge oder ob man 20 abschlägt wie beim Brennerbasistunnel habe, dort spürt man es bis Aldrans.“ Auch Baubezirksamtchef Günther Heppke hat keine Bedenken.

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Für ein anderes Denkmal, das vom Bau der Schlossgalerie betroffen ist, gibt es inzwischen eine erfreuliche Lösung. Die Marmortafel, die am Ortseingang an den Bau des ursprünglichen Straßenstücks durch die Innschlucht im Jahr 1772 erinnert, fällt den Arbeiten nicht zum Opfer. Sie wird von der Landesstraßenverwaltung und dem Denkmalamt restauriert und bekommt danach einen ihrer „würdigen“ neuen Platz.

Auch beim Straßenbau 1772 wurde übrigens gesprengt. Damals ging es nicht glimpflich ab. Der Rummelwaal, eine wichtige Wasserleitung in die Stadt, wurde undicht.


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