Tiroler Kombinierer Greiderer gleitet ins Ungewisse

Der Tiroler ÖSV-Kombinierer Lukas Greiderer motiviert sich beim Firn-Langlaufen im Kühtai für die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2021.

Lieblings-Trainingsplatz mit Ablaufdatum: Der Absamer Lukas Greiderer nützt den Firn im Längental zum Langlaufen, bald wird an dieser Stelle ein Speichersee errichtet.
© Greiderer

Von Benjamin Kiechl

Absam, Silz – Mit einem Lächeln im Gesicht schnallt sich Lukas Greiderer dieser Tage im Kühtai seine Langlaufski an. „Hier heroben auf über 2000 Metern gibt es ideale Bedingungen fürs Training, ich laufe meist drei Stunden lang“, erzählt der 26-jährige Absamer, der den Firnschnee im Längental gerne auskostet, um flott dahinzugleiten. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Simon (24) bildet er während der Corona-Zeit eine spontane Trainingsgemeinschaft. „Sein Ziel ist, nächstes Jahr beim Wasalauf in Schweden mitzumachen“, erklärt der ÖSV-Kombinierer, der sich derzeit mit Grundlagen-Ausdauertraining für die neue Weltcup-Saison in Schwung bringt.

Aufgrund der Corona-Krise ist kein Gruppentraining möglich und die Athleten von Cheftrainer Christoph Eugen bereiten sich individuell vor. „Am Montag haben wir eine Skype-Konferenz um die weiteren Kurspläne zu besprechen“, sagt Greiderer. Noch vor Kurzem während der Quarantäne-Zeit, als man seinen Heimatort nicht verlassen durfte, joggte er insgesamt rund 15-mal auf den Absamer Hausberg Hochmahdkopf. Nun sei er froh, sich etwas freier bewegen zu dürfen.

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In Zeiten der Krise macht sich der Tiroler Gedanken, wie es mit dem Weltcup wohl weitergehen wird. Vieles scheint noch ungewiss: Fallen Sponsoren aus, könnten wohl manche Wettkämpfe gestrichen werden. Für den Sommer-Grand-Prix hat Greiderer wenig Hoffnung. „Der wird heuer wohl nicht stattfinden.“ Der erste gemeinsame ÖSV-Trainingskurs sei laut Chefcoach Eugen Mitte Mai in Villach geplant. Aufgrund der Reisebeschränkungen sind keine Aktivitäten im Ausland erlaubt, die traditionelle Zusammenkunft in Kaltern am See (Südtirol) ist daher nicht möglich. Und auch hinter den beliebten Schneetrainings im Herbst in Finnland steht ein Fragezeichen.

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Das Ziel ist klar: Ski-WM 2021 in Oberstdorf

Coach Eugen gibt sich optimistisch, dass der Weltcup im kommenden Winter wie geplant stattfindet. „Wir gehen davon aus und es ist auch wichtig, um die Motivation der Athleten hochzuhalten. Ansonsten würde es sich ja nicht lohnen zu trainieren.“ Lukas Greiderer hat sein Ziel klar vor Augen, er will bei der Nordischen WM 2021 in Oberstdorf (GER/23.2. bis 7.3.2021) dabei sein. „Oberstdorf ist immer in meinem Hinterkopf und ist das große Highlight.“

Die Firn-Bedingungen im Längental im Kühtai will Greiderer, solange es geht, noch ausnützen. Doch die Uhr tickt unweigerlich. Zum Leidwesen vieler Langläufer und Tourengeher wird genau an dieser Stelle demnächst ein neuer Speicher für das Kraftwerk Kühtai errichtet.


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