Zurück zum Ligabetrieb? „Ich persönlich glaube ganz ehrlich gesagt nicht daran“

Das Cybertraining bestimmt noch den Alltag bei Bundesligist WSG Tirol und Zweitligist FC Wacker Innsbruck. Den genauen Weg kennt schließlich keiner.

Virtueller Besprechungsraum – Wacker-Chefcoach Thommy Grumser (r. u.) gibt den Takt gemeinsam mit seinem Trainerstab vor.
© FCW

Von Alex Gruber

Innsbruck – Die Wahrscheinlichkeit, wieder in den Meisterschaftsbetrieb der Bundesliga trotz grünem politischen Licht mit Geisterspielen einsteigen zu können, hält WSG-Tirol-Cheftrainer Thommy Silberberger für äußerst gering: „Ich persönlich glaube ganz ehrlich gesagt nicht daran“, fragt sich „Silbi“ allein schon, wie die Corona-Testungen, möglicherweise auch bei Trainingseinheiten, ausschauen sollen. „Bevor die Verordnung kommt, wie das Kleingruppentraining ausschauen kann, mache ich mir keine Gedanken und bin relativ entspannt. Ich weiß auch nicht, ob das bei uns im Gernot-Langes-Stadion überhaupt möglich sein wird“, spielen ja auch infrastrukturelle Gegebenheiten eine Rolle. Wenig Spieler bedeuten im Übungskreis möglicherweise eine höhere Belastung. Den Fitnesslevel hält man vorerst weiter mit einem Wochenprogramm und Cybertraining am Leben.

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In der zweiten Liga steht die Ampel in Sachen Kleingruppentraining noch auf Rot. „Ich hoffe, das ändert sich im Lauf der nächsten Woche“, spielt Wacker-Trainer Thommy Grumser darauf an, wie gut das gemeinsame Wirken den Kickern auch via Videoschirm tut: „Auch wenn keiner genau weiß, wie es weitergeht, muss man den Jungs gerade in dieser schwierigen Zeit ein positives Ziel geben.“ Grumser und Dominik Bichler organisierten dankend über die „Happy Fitness“-Stützpunkte Innsbruck und Wörgl 18 Spinning-Räder, um für neue Impulse und Abwechslung zu sorgen. „Es ist schwierig, ohne Terminrahmen zu arbeiten, aber wir wollen unseren Fitnesslevel halten und ich glaube, das ist uns bis dato ganz gut gelungen.“

Gründler: „Es ist schwer, keiner weiß ja, was kommt“

„Man will endlich wieder raus auf den Platz und zu den Kollegen“, notiert Wacker-Routinier Alexander Gründler. Er ist einer jener Spieler, deren Vertrag am Saison­ende auslaufen würde: „Es ist schwer, keiner weiß ja, was kommt.“ Das gilt für Spieler wie Vereine. „Die Gesundheit darf nie in Frage gestellt werden und es darf keine Restzweifel geben. Ich bin aber ein Gerechtigkeitsfanatiker und das hieße fertigspielen“, notiert Grumser. Weil es mit dem Abbruch der Regionalliga keinen Zweitliga-Absteiger geben würde, ortet er Chancen: „Ohne Druck könnten die Klubs die Spiele noch mehr als Plattform für Junge nützen.“ Ein guter Gedanke. Das Coronavirus und die Gesetzgeber geben aber den Takt vor.

Home-Office am Spinning-Rad – Wacker-Routinier Alexander Gründler strampelt wie viele Kollegen einer ungewissen Zukunft entgegen.
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