Positiver Trend in Österreich hält an, Menschen wieder mehr unterwegs

In Österreich hat die Anzahl der Neuerkrankungen am Samstag im Vergleich zum Vortag lediglich um 0,7 Prozent zugenommen. Der Bewegungsradius der Österreicher wird wieder größer. Trotzdem bleibe nur physische Distanz weiterhin der „Schlüssel zum Erfolg".

Der Trend an Neuerkrankungen ist rückläufig, die Menschen sind wieder mehr unterwegs. (hier Brunnenmarkt in Wien)
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Der Trend an Neuerkrankungen mit dem Coronavirus bleibt in Österreich rückläufig, Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnte dennoch vor voreiliger Euphorie. „Konsequentes Handeln ist weiterhin höchst erforderlich, jede und jeder muss weiterhin ein Teil der Lösung sein", sagte Anschober am Samstag. Weltweit ist die Zahl der Infizierten unterdessen auf mehr als 2,25 Millionen gestiegen.

Die Zahl der Coronatoten in Europa kletterte auf über 100.000. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich am Samstagabend auf mindestens 100.501, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Das sind knapp zwei Drittel der weltweiten Corona-Todesfälle. Insgesamt wurden fast 1,14 Millionen Corona-Fälle in europäischen Ländern registriert, das ist rund die Hälfte aller Fälle weltweit.

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Neuinfektionen erst nach zehn Tagen in Statistik sichtbar

In Österreich hat die Anzahl der Neuerkrankungen am Samstag im Vergleich zum Vortag lediglich um 0,7 Prozent zugenommen. Über 10.000 Menschen haben sich bisher von einer Covid-19-Erkrankung wieder erholt, wobei das Innenministerium 14.671 bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 (Stand 9.30 Uhr) meldete. 208 Erkrankte, 19 weniger als Freitag, werden derzeit auf einer Intensivstation betreut.

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Noch nicht enthalten sind die Auswirkungen des ersten Öffnungsschrittes der Geschäfte vom vergangenen Dienstag. Neuinfektionen würden erst mit einer Verzögerung von zehn bis 14 Tagen in der Statistik sichtbar werden, warnte Anschober. „Dadurch werden die Zahlen der nächsten Woche besonders wichtig", so der Gesundheitsminister. Er rief noch einmal in Erinnerung, den bisherigen Weg fortsetzen.

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Bewegungsradius der Österreicher wieder größer

Der Bewegungsradius der Österreicher wird indes wieder größer. Das zeigen Auswertungen des Complexity Science Hub Vienna (CSH) und der Technischen Universität (TU) Wien. Nachdem sich durch die Einführung der Ausgangsbeschränkungen der Radius von rund 14 Kilometern pro Tag auf nur acht reduziert hatte, verzeichnete man am vergangenen Donnerstag einen Durchschnittswert von rund zwölf Kilometern.

Wie gut die Maßnahmen und Aufrufe zu Mobilitätseinschränkungen angenommen wurden, zeige sich an der sehr deutlichen Reduktion des mittleren Aktionsradius der Österreicher in den vergangenen Wochen. Auch die Karwoche und das Osterwochenende folgten diesem Trend. Mit der Lockerung der Maßnahmen ab Dienstag änderte sich das Verhalten jedoch, zeigt die auf verschiedenen Datenquellen, wie etwa zusammengefassten, anonymisierten Telekommunikationsdaten beruhende Auswertung auf der CSH-Homepage.

Physische Distanz „Schlüssel zum Erfolg"

Dass physische Distanz der Schlüssel zum Erfolg der im Ländervergleich relativ niedrigen Infektionsrate war, meint auch der Infektiologe Christoph Wenisch. Der Leiter der Infektionsabteilung im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital zerstreute zu optimistische Aussichten auf die baldige Rückkehr in den Normalzustand. „Einen normalen Alltag gibt es erst nach Covid. Das wird frühestens im 2022er-, 2023er-Jahr sein, wenn die Impfung da ist. Alles andere wäre verfrüht zu sagen", meinte Wenisch im Radiosender Ö1. Eine große Hoffnung sei das Mittel Remdesivir. Das Medikament des US-Pharmakonzerns Gilead Science zeigt Medienberichten zufolge Erfolge bei der Behandlung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten.

In die Riege der Kritiker der von der Regierung erlassenen Ausgangsbestimmungen stimmte am Samstag auch der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (DAÖ) ein. Er bekrittelte in einer Aussendung die aus seiner Sicht „überzogenen Zwangssperren" in der Gastronomie. Zuvor hatte bereits die Wiener FPÖ verlangt, dass Gastgärten sofort geöffnet werden müssten, da die Ansteckung laut Experten im Freien „extrem unwahrscheinlich" sei. (APA/TT.com)

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