Auf sein Debüt muss Slezak warten, das Saisonziel erreichte er ohne Spiel

Die Unterhaus-Saison wurde vorzeitig beendet, aber die Legende(n) leben weiter: Im zweiten Teil der Serie steht der Coach der Wacker-II-Damen, Richard Slezak, im Fokus.

Nach acht Wochen intensiver Vorbereitung kehrte Wacker-II-Trainer Richard Slezak in die Slowakei zurück.
© FCW

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Normalerweise hätte Richard Slezak am vergangenen Wochenende die Zweiermannschaft des FC Wacker auf der Lend beim Gastspiel gegen die Haller Löwen gecoacht. Aber was ist schon normal in Zeiten des Coronabedingten Stillstandes. Statt Regionalliga-Abstiegskampf absolvierte der 48-Jährige in Bratislava einige Kilometer auf dem Rad und verlieferte für einen Bekannten Sushi-Portionen. „Die ganze Situation ist schon komisch, aber man muss es einfach akzeptieren und das Beste daraus machen“, erklärt der Slowake, der mit Parndorf schon knapp vor dem Sprung in die erste Liga stand, Inter Bratislava trainierte und sich in der Winterpause kurzfristig entschloss, die zweite Mannschaft der Schwarz-Grünen zu übernehmen.

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Letzter im Grunddurchgang, daher lautete das Ziel Klassenerhalt. „Der Mannschaft fehlte es an Qualität. Daher wurden einige Spieler abgegeben und Verstärkungen verpflichtet“, startete Slezak erwartungsfroh in die Frühjahrssaison: „Wir haben acht Wochen hart gearbeitet. Die Mannschaft war auf einem guten Kurs und entwickelte sich stetig weiter, doch dann war plötzlich alles aus.“ Dass er das Saisonziel ohne ein einziges Spiel erreichte – die Meisterschaft wurde abgebrochen, im Herbst wird mit gleicher Ligenbesetzung wie vor einem Jahr neu gestartet –, kostet Slezak ein bitteres Lächeln: „Das mag schon stimmen, ist für den FC Wacker und sein Ziel auch wichtig, aber ich hätte das natürlich viel lieber auf dem grünen Rasen geregelt. Vor allem auch deshalb, weil ich überzeugt bin, dass wir mit dieser Mannschaft nicht abgestiegen wären.“

Aufgehoben muss ja nicht aufgeschoben sein. Bis 30. Juni läuft Slezaks Vertrag, was kommt danach? „Wir stehen in noch losen Verhandlungen. Im Grund bin ich nicht abgeneigt, weil mich das langfristige Konzept mit dem neuen Investor aus Deutschland schon reizen würde“, so Sleza­k, dem sehr wohl bewusst ist, dass es „Planungssicherheit“ im Fußballgeschehen noch lange nicht geben wird.

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