Mit Eisenstangen auf Mann losgegangen: Jugendliche erneut in Justizanstalt

Auch in der Corona-Krise beschäftigen Mitglieder der Innsbrucker Jugendbanden Polizei und Staatsanwaltschaft: Weil er keine Zigaretten für sie hatte, verletzten zunächst unbekannte Täter am vergangenen Montag einen 27-Jährigen in Innsbruck.

Drei Jugendliche hat die Polizei als Tatverdächtige festgenommen.
© Thomas Böhm

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Drei Jugendliche im Ziegelstadl, ein Iraner in der Klinik: So endete am vergangenen Montag eine brutale Attacke in der Sillschlucht bei Innsbruck. Es war gegen 21.20 Uhr, als die drei Burschen (15 und 16 Jahre) vom 27-Jährigen eine Zigarette verlangten. Als der Iraner dem Wunsch des Trios nicht nachkam, wurde es für ihn schmerzhaft. Der Kameruner und die beiden Einheimischen attackierten den Mann plötzlich mit einer Eisenstange und fügten ihm dabei leichte Verletzungen zu. Dann ergriffen sie die Flucht. Das Opfer wurde in der Klinik versorgt.

Die Sonderkommission Jugendkriminalität übernahm die Ermittlungen. Und die endeten rasch mit einem Erfolg. Auch deshalb, weil es sich bei den Jugendlichen bereits um „Stammkunden“ der Polizei handelt, die schon mehrfach in Straftaten verwickelt waren. So musste der Iraner nur Fotos aus der Polizei-Datenbank durchsehen, um auf die Angreifer zu stoßen. Der Rest war kriminalpolizeiliche Routine – in den folgenden Tagen nahmen die Ermittler die drei Verdächtigen fest. „Gegen die Beschuldigten wurde mittlerweile die Untersuchungshaft verhängt“, beschreibt Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, den vorläufigen Schlusspunkt des Kriminalaktes. Der Grund: „Tatbegehungsgefahr“.

Dass die drei Jugendlichen weiterhin Straftaten begehen würden, ist angesichts ihrer Vorgeschichte tatsächlich nicht ausgeschlossen. Die Burschen gelten als Mitglieder jener Jugendbanden, die seit über einem Jahr die Innsbrucker Polizei beschäftigen. Diese Banden waren es auch, die im Herbst zur Einrichtung der Sonderkommission Jugendkriminalität geführt haben. Bereits wenige Wochen später konnte die neue Kommission unter der Leitung von Thomas Ganza eine Serie von Überfällen klären. Die Beamten forschten 14 Verdächtige aus, denen rund 20 Gewaltdelikte angelastet wurden. Für einen Teil der Beschuldigten endete die Raubserie in Untersuchungshaft. Mit dabei auch jenes Trio, das jetzt erneut ins Visier von Polizei und Staatsanwalt geraten ist. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft wird den drei Jugendlichen jetzt der Überfall in der Sillschlucht angelastet.


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