Neustart in Corona-Krise: Tiroler Touristiker erarbeiteten "Verhaltensregeln"

Der Tiroler Tourismus bereitet sich auf eine Wiedereröffnung vor. Laut Bundesregierung sollen Hotels ab Mitte Mai schrittweise wieder aufsperren können. Auf Landesebene hat nun eine Expertengruppe Verhaltensregeln für Betriebe und Gäste erarbeitet, die einen sicheren Betrieb gewährleisten sollen.

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Innsbruck - Tiroler Tourismusexperten haben in Abstimmung mit dem Land Tirol Vorschläge für Corona-Verhaltensregeln zum Gesundheitsschutz in Tourismus und Gastronomie erarbeitet und diese an die Zuständigen im Bund weitergeleitet. Die Strategie sehe "umfangreiche Maßnahmen in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Gästeanreise vor", heißt es in einer Aussendung.

So sollen neben den üblichen Sicherheitsvorkehrungen – wie Abstand, Mundschutz, Handhygiene und Desinfektion – zahlreiche zusätzliche Vorkehrungen für optimalen Schutz sorgen. Bei den Mitarbeitern setze man neben Information vor allem auf strenge Regeln bei der Bewirtschaftung der Betriebe.

"Dazu zählt die frequenzabhängige Desinfektion von sensiblen Bereichen, die Einrichtung von "Timeslots" und längere Öffnungszeiten bei der Anreise als Maßnahme zur Entzerrung möglicher Menschenansammlungen sowie das Verbot von geführten Touren", erklärt LA Mario Gerber, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer in einer Aussendung.

Strenge Hygienevorschriften

Ermöglicht werden soll auch die Öffnung von Schwimmbädern und Wellnessanlagen, wie Saunen mit Temperaturen ab 60 Grad - unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften bei gleichzeitiger Beschränkung der zulässigen Besucherhöchstzahl, wie betont wurde.

Leitlinien für Gastronomie

Neue Handlungsleitlinien sind laut Gerber auch in der Gastronomie notwendig. Dazu zähle etwa das Tragen von Handschuhen, wobei dies aufgrund der Gefahr einer zusätzlichen Infektionsübertragung nicht für Service und Küche zählen soll – hier setze man auf häufiges Händewaschen und Desinfektion.

Auch ein Zwei-Meter-Abstand der Tische, eine Maximalbelegung mit sechs Personen, die Nutzung von Mundschutzmasken durch das Servicepersonal, die Desinfektion von Tischen sowie der Tausch von Tischdecken "nach jeder einzelnen Belegung" sollen vorerst gelten.

"Mehraufwand, aber zugleich einzige Chance"

Für Alois Rainer, Gastronomie-Obmann in der Wirtschaftskammer Tirol, sind diese und weitere Maßnahmen ein zielführender Weg zurück: „Die Regelungen bedeuten naturgemäß einen Mehraufwand, sind aber zugleich die einzige Chance, um das gastronomische Leben wieder hochzufahren und den Betrieben eine Perspektive zu geben!“

NEOS kritisieren "Verhaltensregeln"

Kritik kam von den Tiroler NEOS. "Dass Tiroler Experten zusammen mit den Touristikern Verhaltensregeln zum Umgang mit Corona ausarbeiten, grenzt an Realsatire und zeigt einmal mehr die Präpotenz der ÖVP-Touristiker", meinte Tourismussprecher Dominik Oberhofer.

Erst wäre von der Landesregierung die Übertragung des Virus in einer vollen Apres-Ski-Bar ausgeschlossen worden und dann die Vorfälle möglichst lange vertuscht, so der Klubobmann weiter. "Jetzt wollen dieselben Leute allen anderen erklären, wie man sich richtig verhalten soll. Anstatt ihre Zeit mit solchen Spinnereien zu vergeuden, sollten sich Gerber und Co. lieber darauf konzentrieren, den Tourismusbetrieben in diesen harten Zeiten zu helfen", so Oberhofer. (TT.com, APA)


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